Basecamp-Hochhaus abgesagt
Keine Hochpreisapartments am Bahnhof
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Parkhaus P7: Hier sollte ursprünglich nach Abriss des Gebäudes das Basecamp-Wohnheim entstehen. Bild: stem
Parkhaus P7: Hier sollte ursprünglich nach Abriss des Gebäudes das Basecamp-Wohnheim entstehen.

Wohnheim. In idealer Innenstadtlage sollte das Basecamp-Wohnheim für 400 Studierende entstehen. Doch nachdem die Baupreise in Bochum stiegen, zieht der Investor nun zurück. Die Stadt hält an ihren Plänen fest.

„Diese neue Landmarke ist ein großer Gewinn für Bochum und wird das städtebauliche Bild prägen!“ Diese verheißungsvollen Worte standen bis vor kurzem auf den Seiten der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Bochum mbH (WEG). 400 Apartments für Studierende und Tourist*innen sollten in dem 67-Meter großen Hochhaus mit einer verzahnten Fassade aus Glaselementen und Beton Platz finden und direkt neben dem Bahnhof das Innenstadtbild prägen (:bsz 1139). Ausgestattet mit Kinoraum, Lounge, Fitnessraum, Caféteria und einer Bibliothek hätte ein möbliertes 20 Quadratmeter großes Zimmer 450 bis 500 Euro gekostet. Doch aus der Landmarke wird vorerst nichts. Dies gaben Dr. Andreas Junius, Geschäftsführer der BaseCamp Student GmbH und Ralf Meyer, Geschäftsführer der WEG kund.
 

Alles wieder offen

Grund dafür seien die in den vergangenen Monaten stark angestiegenen Baupreise in der Bochumer Innenstadt. „Aufgrund der momentanen Baupreisentwicklung
können wir das ambitionierte
Projekt zurzeit nicht umsetzen“, so Junius. Bis zu 20 Prozent seien die Preise angestiegen. Bisher unterzeichnete die BaseCamp Student GmbH nur eine Absichtserklärung. Feste Verträge wurden noch nicht geschlossen, obwohl der Investor bereits Geld für Gutachten, Architektenaufträge und eine Baugenehmigung ausgab. Sollten sich die Preise wieder erholen, lässt Junius die Möglichkeit eines erneuten Anstoßes des Projekts offen: „Wir haben mit den Verantwortlichen in Bochum verlässliche Partner gefunden, die das Projekt von Seiten der Stadt zügig vorangetrieben haben, um eine schnelle Realisierung zu ermöglichen.“
Für die nächsten Monate hält die Stadt an ihren Plänen fest, das Gelände baureif zu machen. Dazu wird das Parkhaus P7 abgerissen, welches rund 10 Prozent der Parkfläche in der Innenstadt ausmacht und ein neues, kleineres Parkhaus mit 460 Pkw- und 175 Fahrradstellplätzen erbaut. Der Bauplatz, der vor dem Parkhaus frei wird, steht Investor*innen offen. „Wir halten an unseren Plänen fest, das Grundstück zügig baureif zu machen“, so Meyer. Man hoffe darauf, möglichst schnell einen neuen Investor zu finden, sei aber aufgrund der guten Innenstadtlage sehr optimistisch.
 

Grundstück

Die rund zehn Millionen Euro, die die Stadt zur Bereitmachung des Bauplatzes investiert, sollen durch den Verkauf des Grundstücks, das sich derzeit in öffentlicher Hand befindet, wieder eingefahren werden. Dieses Vorgehen kritisiert die Linksfraktion im Stadtrat und rät von der Privatisierung öffentlichen Eigentums ab. „Wir haben das Projekt immer als absurd kritisiert. Bochum belegt bei der Unterversorgung mit preisgünstigem Wohnraum einen Spitzenplatz im Ruhrgebiet“, so Horst Hohmeier, Mitglied der Linksfraktion. Anstelle von Luxus-Apartments sollen durch eine Stärkung des sozialen Wohnungsbaus Wohnungen für alleinstehende Geringverdiener*innen geschaffen werden, an welchen es in Bochum mangele.

:Stefan Moll

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