Zur Sicherheit „digitaler“ Währungen
Kann man Kryptowährung trauen?
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Es gibt viele verschiedene Kryptowährung und immer mehr kommen dazu. Hier zusehen die Logos von Namecoin (o.l.), Bitcoin (m.) und Ethereum (r.).Bearbeitung: gin
Es gibt viele verschiedene Kryptowährung und immer mehr kommen dazu. Hier zusehen die Logos von Namecoin (o.l.), Bitcoin (m.) und Ethereum (r.).

Kommentar. Nahezu jedeR kennt mittlerweile von Kryptowährungen wie Ethereum, Namecoin oder Bitcoin. Doch immer öfter hört man auch von Millionenbeträgen in Form dieser Währungen, die durch Hacks gestohlen werden oder durch Fehler im System nicht mehr verfügbar sind.

Vergangenen Juli verloren AnlegerInnen bei einem Hack Ethereum im Wert von knapp 27 Millionen Euro, indem Unbekannte das System kaperten und die Adresse für das Konto, auf das die InvestorInnen einzahlten, änderte. Und diesen Monat erst kam es zu einem weiteren Vorfall, diesmal bei der Cyberwallet-Firma Parity. Der Nutzer devops199, der auch an der Software der Firma mitarbeitet, behauptet, er habe aus Versehen durch das Auslösen eines altbekannten Fehlers dafür gesorgt, dass sich alle „multi-signature wallets“ (Konten, bei denen mehr als eine Unterschrift für den Geldtransfer notwendig sind) selbstgelöscht haben. Und dennoch erfreuen sich diese digitalen Währungen, die anscheinend aus dem Nichts kamen, großer Beliebtheit. Dies wird zum Beispiel durch den Bitcoin-Kurs bestätigt, der Anfang des Jahres noch bei rund 800 Euro pro Münze lag. Heute muss man tiefer in die Tasche greifen, da die Preise mittlerweile bei mindestens 5.000 Euro pro Stück liegen. Doch worauf begründet sich diese Popularität? Vor allem mit der Offenheit und Sicherheit konnten diese Währungen bis jetzt überzeugen. Außerdem sind sie unabhängig von geographischen Beschränkungen – außer der Verfügbarkeit eines Internetanschlusses – nutzbar. 

Wie funktioniert’s?

Im Kern bestehen alle diese Währungen aus einem Zahlungssystem, den sogenannten Cyberwallets und einer Geldeinheit, welche dezentral in einem Rechnernetz mithilfe eigener Software verwaltet beziehungsweise geschöpft wird. Diese Datenbank wird von allen TeilnehmerInnen gemeinsam verwaltet und zeichnet alle Transaktionen in einer Blockchain auf. Das ist eine kontinuierlich erweiterbare Kette von Datenblöcken, die mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet sind. In diesen befinden sich Informationen über die Transaktion, wie Zeitpunkt oder Ursprungsort der Münzen. Dadurch bieten diese Währungen ein noch nie dagewesenes Maß an Transparenz. Jedoch möchte ich hier auch kurz mit dem Mythos der Anonymität bei der Nutzung von Kryptowährungen aufräumen. Obwohl die Identität des Besitzenden nicht mit der Adresse in Verbindung gebracht werden kann, ist dies vorbei, sobald man Infos im Rahmen eines Einkaufs preisgibt.

Der größte Problempunkt liegt jedoch bei den Zahlungssystemen. Um die Währungen nutzen zu können, muss man sich erstmal eine „Wallet“ besorgen. Diese bekommt man entweder bei Onlineanbietern oder als Programm. Sie funktioniert exakt wie eine normale Brieftasche – nur digital. Man könnte es mit PayPal vergleichen, nur litten dafür meiner Meinung nach solche Online Wallets in letzter Zeit zu oft unter Sicherheitslücken.

Empfehlbar?

Kann man jetzt Kryptowährungen ohne Bedenken weiterempfehlen? Verallgemeinert haben die Vorfälle der letzten Zeit ein einfaches Problem hervorgehoben: Cyberwallets und Kryptowährungen können nur so zuverlässig sein wie der Code, der sie leitet. Also muss die Software, in der sie genutzt werden, perfekt sein, bevor ich ihnen mein Geld anvertraue. Denn man darf eins nicht vergessen: Es liegt immer in der eigenen Verantwortung, sein Geld so gut wie möglich zu schützen.

:Gianluca Cultraro