Wie macht man dieses HoPo?
How2HoPo oder wie ich lernte, die Gremien zu lieben
Bild: Cylia Unger
Full House: Nachdem sich der AStA am Versuch, neue Studierende für Hochschulpolitik (HoPo) zu begeistern, die Finger verbrannte, steigen nun die Oppositionslisten wie der Phönix aus der Asche. Bild: Cylia Unger
Full House: Nachdem sich der AStA am Versuch, neue Studierende für Hochschulpolitik (HoPo) zu begeistern, die Finger verbrannte, steigen nun die Oppositionslisten wie der Phönix aus der Asche.

Hochschulpolitik. Neue Veranstalter – neues Glück. GRAS, LiLi und die DGB Hochschulgruppe der RUB stellten am 8. November die grundlegende Frage: How2Hochschulpolitik?

Es scheint ein leidiges Thema zu sein. Schon immer rangen die Listen und politischen Hochschulgruppen um aktiven Nachwuchs. Jahr für Jahr bekleideten einzelne Persönlichkeiten verschiedene Gremien in Mehrfachbesetzung. Um zu garantieren, dass diese Posten auch in Zukunft besetzt werden, schlossen sich GRAS (Grüne und Alternative Studentinnen), LiLi (Linke Liste) und die DGB Hochschulgruppe (Deutscher Gewerkschaftsbund) zusammen, um interessierten Studis einen Überblick über hochschulpolitisches Engagement zu verschaffen.

Exklusive Expertise

„Im Prinzip fußt die studentische Selbstbestimmung an der Uni auf zwei Säulen: studentische Selbstverwaltung und akademische Selbstverwaltung“, erklärte Referent Leon Schmitz, der selbst „quasi mal in jedem Gremium war“. Zur akademischen Selbstverwaltung gehören alle Gremien, die statusgruppenübergreifend zusammengesetzt werden und unirelevante Themen bearbeiten: von Berufungsverfahren, Anwesenheitspflicht und der Infrastruktur bis hin zu Fragen, ob es Unisex-Toiletten oder mehr Mülleimer auf Damentoiletten geben soll. Hier sitzen Studierende, Rektorat, ProfessorInnen, wissenschaftliche MitarbeiterInnen und KollegInnen aus Technik und Verwaltung an einem Tisch – im Senat sowie in den Kommissionen für Lehre, Forschung, Gleichstellung, Planung oder der QVK (Qualitätsverbesserungskommission). Zur studentischen Selbstverwaltung zählen die üblichen Repräsentativen: der AStA, die FSVK (FachschaftsvertreterInnen-Konferenz), die Hochschulgruppen und am Fuße des Gremien-Berges? Die Studierenden selbst.

Mitmachen oder bitter lachen

Wenn man sich die Uni als gigantisches Hafen-Hostel des Wissens vorstellt, in das wir temporär einkehren, um Erfahrung und Muscheln zu sammeln, dann sind die Studierenden das A & O. „Im Dezember stehen wieder StuPa-Wahlen an. Das ist dieser elendig lange Zettel“, scherzt Referent Fabian Wisotzky, der ebenfalls auf eine lange Gremien-Geschichte zurückblickt. „Das Parlament beschließt dann, wofür die 19 Mio. Euro Haushalt ausgegeben werden“, so Wisotzky weiter. 

Und wer wurde erreicht? Mit Kartenabfragen und interaktiven Methoden konnte das Dreiergespann von Teamenden jedenfalls einige Interessierte überzeugen. Studi Kenneth war von der „Lebendigkeit der Diskussionen“ überrascht und gedenkt auch, der LiLi beizutreten: „Bisher kannte ich solche Runden nur als ‚Im-Kreis-sitzen-und-reden‘, da war heute schon ein bisschen mehr Action.“ Auch SoWi-Studentin Yvonne ist überzeugt und fühlt sich in ihrem Wunsch bestärkt, der DGB Hochschulgruppe beizutreten. Sie erfuhr über Facebook von der Veranstaltung: „Meine Fragen wurden jetzt quasi ausgetauscht – die alten sind weg, dafür sind neue da – aber ich habe auf jeden Fall einen ganz guten Überblick erhalten.“ Auch Teamerin Beatrice van Berk ist begeistert, wie viele Interessierte zusammengekommen sind und bleibt gespannt: „Wir werden sehen, ob diejenigen, die jetzt hier waren, sich nochmal melden und an den Fragen und Problemen, die wir hier gemeinsam diskutiert haben, weiterhin dranbleiben.“

:Marcus Boxler