Mauern“ auf der Studiobühne des MZ
Glauben, nicht glauben, zweifeln oder suchen?
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Verschiedene Glaubenskonzepte vor einer Mauer: In Linda Coopers Stück „Mauern“ stehen sie sich gegenüber, preisen sie an und hinterfragen sie. Bild: mag
Verschiedene Glaubenskonzepte vor einer Mauer: In Linda Coopers Stück „Mauern“ stehen sie sich gegenüber, preisen sie an und hinterfragen sie.

Theater. Auf der Studiobühne des Musischen Zentrums der RUB treffen am kommenden Wochenende verschiedene Glaubenskonzepte in Form von Figuren aufeinander. Die Theatergruppe „Die Suchenden“ führt das von der Regisseurin Linda Cooper selbstgeschriebene Stück „Mauern“ auf.

Christentum, Judentum, Hinduismus, Islam, Buddhismus, Shintō und weitere Religionen haben eins gemeinsam: den Glauben. Dieser wird verkörpert durch den Glaubenden (David Bönner). Daneben gibt es noch den Atheismus oder Agnostizismus. Dazu gehört die Nichtglaubende (Amelie Werner). Und schließlich ist da noch der Zweifelnde (Dennis Traud). Diese drei Konzepte kommen auf der Bühne des Musischen Zentrums (MZ) zusammen und gehen der Glaubens- und Sinnesfrage nach. Zwischen diesen Konzepten befindet sich die Person (Mira-Alina Schmidt). Das Stück „Mauern“ schrieb Linda Cooper, die zugleich Regie führt. „Ich will die jahrhundertalte Diskussion, ob der Glaube wichtig ist oder nicht, auf die gängigen Argumente herunterbrechen“, so Linda Cooper. Die Studentin spielt damit, dass ständig um den heißen Brei herumgeredet wird und niemand sagt, was er*sie wirklich meint.


Das Fremde

Doch zu religiös wird es nicht werden. Denn zwischen all diesen Figuren befindet sich das Fremde. Diesem gegenüber sehen sich alle konfrontiert und doch wird es nicht näher definiert. Anstoß für dieses Thema gab ein Seminar der Theaterwissenschaft, das sich mit der Darstellung des Fremden beschäftigte. Der Professor behauptete, es gäbe keinen gelungenen Versuch, das Fremde darzustellen. Linda entschied sich daraufhin, das Fremde auf die Bühne zu bringen. Sie schrieb das Stück für ihre Bachelorarbeit, in der sie untersucht, ob dieser Versuch gelungen ist oder nicht. Für den Bühnentext musste sie einiges umschreiben, um es interessanter zu machen. „Es wird Momente geben, in denen ich aktiv das Publikum langweile, welche in denen ich es anspanne und welche, wo ich es entspanne. Darüber macht man sich keine Gedanken, wenn man ein theoretisches Theaterstück schreibt. Ich finde es schön, Dinge in der Schwebe zu halten“, erklärt die Autorin, die bisher vor allem Gedichte schrieb. Für ihr Stück benutzt sie keine Textgrundlage, alle Worte kommen von ihr. Auch wenn sich während der Probenzeit noch viel an dem Stück geändert hat und vieles gestrichen wurde, hat ihr das Inszenieren am meisten Spaß gemacht.


Die Mauern

Die anderen Beteiligten der Theatergruppe „Die Suchenden“ lernte sie durch ein anderes Projekt und das Studium kennen. Sie hat sich überlegt, wen sie sich in welcher Rolle gut vorstellen kann, was sich aber noch immer wieder hätte ändern können. Das ist dadurch möglich, dass die Figuren nicht geschlechterspezifisch sind.
Doch warum heißt das Stück „Mauern“? „Es geht um Mauern, die wir in unseren Köpfen haben sowohl unserer Umwelt gegenüber als auch uns selbst gegenüber.“ Auch die Mauer auf der Bühne wird das verdeutlichen. Die Person auf der Bühne durchbricht Mauern – bewusst, unbewusst oder durch andere Einflüsse. Genauso wie auch die Konzepte Mauern in ihrem Denken oder ihrem Sehen haben, denen sie sich konfrontiert sehen.

:Maike Grabow

 

Zeit:punkt

„Mauern“ wird am Freitag, den 15. Februar und am Samstag, den 16. Februar 2019 auf der Studiobühne des MZ an der RUB gezeigt. Beginn ist um 19:30 Uhr. Eintritt ist frei. Karten könnt Ihr unter  Die.Suchenden@gmx.de reservieren.

 

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