Audiowalk durch die Bochumer Geschichte
Geschichte hören beim Rundgang
Bearbeitung: kac, Screenshot aus Google Maps
Viktoria-Quartier: Mit dem Audiowalk in eine andere Zeit versetzt werden.  Bearbeitung: kac, Screenshot aus Google Maps
Viktoria-Quartier: Mit dem Audiowalk in eine andere Zeit versetzt werden.

Audiowalk. Im Rahmen des künstlerischen Projekts „Mythen der Moderne“ haben Pia Janssen und Bettina Erasmy eine 3D-Zeitreise durch das Viktoriaviertel von Bochum kreiert.

Der Pavillon in der Viktoriastraße 22 war einst ein Imbiss. In den 1950er Jahren hat der damalige Betreiber den Schaschlik-Spieß in Bochum eingeführt. Heute ist es ein E-Zigaretten-Geschäft und neuerdings der Anlaufpunkt für die Ausgabe von Kopfhörern und Geräten für einen Audiowalk. Dieser dauert circa 1,5 Stunden, wenn man wirklich jedem aufgesprayten Punkt folgt und sich die jeweiligen Geschichten von Zeitzeug*innen anhört. Die Erzählungen aus zahlreichen Interviews mit den Bewohner*innen des Viktoria-Quartiers setzt sich zu einem Narrativ zusammen, das die Architektur und das (frühere) Leben der dort wohnenden Menschen, wieder aufleben lässt. Der Audiowalk enthält keine Originalaufnahme, sondern wurde klanglich und inhaltlich zusammengefügt, so entstand eine Hörcollage. 

Die Tour umfasst nicht nur die Viktoriastraße sondern auch die Rott- und ABC-Straße sowie den Westring. Dabei sind die Routen und der Startpunkt frei wählbar.

Philosophiestudent und Audiowalker Holger mag die Mischung der Geschichten: „Zu den jeweiligen Orten gibt es einige historische Infos, was dort mal alles war, aber auch Künstlerisches zum Nachdenken.“

Die Stimme der Stadt

Das Kunstprojekt „Mythen der Moderne“, das unter anderem in Zusammenarbeit mit der TU Dortmund und der Stadt Bochum besteht, befasst sich mit der Nachkriegsarchitektur.

 Die Theaterautorin Bettina Erasmy schrieb für den Audiowalk kleine literarische Texte aus dem Interview-Material. Neben diesen entwickelte sie eine Figur: die Stimme der Stadt. Diese leitet die Audiowalker*innen durch das Viktoria-Quartier und spricht über Zeitgeschichte. Pia Janssen interessiert sich für die Bauten nach dem Naziregime. Einen Bruch mit den ehemaligen architektonischen Traditionen erlebten die Menschen in den 1950er-Jahren. 

Holger hätte sich die Tour interaktiver gewünscht, denn so höre er bloß zu, doch am besten fand er „die Punkte am Gericht und am ehemaligen Sexkino.“ Wieso? Das möchte er nicht verraten, um Interessent*innen nicht zu spoilern.            

:Katharina Cygan

 

Zeit:Punkte

Öffnungszeiten des Pavillions: Montag bis Freitag 10-20 Uhr und samstags bis 18 Uhr.

Wer unabhängig der Öffnungszeiten den Audiowalk machen möchte, kann sich die App auf das Smartphone laden: tinyurl.com/mythen-der-moderne