„Kameradschaft Volkssturm Deutschland“ steht einsam im Regen
Gescheiterte Demo vor Asylheim
Foto: kac
Allein auf weiter Flur: Neonazis demonstrieren gegen AsylbewerberInnen. Foto: kac
Allein auf weiter Flur: Neonazis demonstrieren gegen AsylbewerberInnen.

In Bochum-Mitte fand vergangenen Samstag, den 1. Februar eine Versammlung der Gruppierung „Kameradschaft Volkssturm Deutschland“ in der Nähe des Flüchtlingswohnheims statt. Jedoch lief diese nicht wie geplant. Es versammelten sich ungefähr 25 bis 30 Rechtsextremisten, ohne Lautsprecherverstärker, nur mit einem Megafon gerüstet. Hinzu kam das regnerische Wetter und so endete diese Demo schon nach einer Dreiviertelstunde. Die Bemühungen, sich bemerkbar zu machen, war durch die Kontra-Demo mit dem Motto „Flüchtlinge willkommen! Nazis haut ab!“ kaum möglich.

An der Kreuzung Königsallee-Wohlfahrtstraße fand letzten Samstag eine Demonstration gegen die AsylbewohnerInnen statt. Die Gruppierung „Kameradschaft Volkssturm Deutschland“ hatte geplant, direkt vor dem Flüchtlingswohnheim ihre Parolen zu präsentieren. Die Bochumer Polizei wies den DemonstrantInnen jedoch den Platz auf der Königsallee vor dem Knappschaftshochhaus zu. Das Asylheim konnte sich so hinter diversen Pflanzen auf der gegenüberliegenden Seite nur erahnen lassen. Die Kameradschaft sah regelrecht einsam aus, denn die Anzahl von ca. 25 bis 30 TeilnehmerInnen konnte die Kontra-Demo „Flüchtlinge Willkommen! Nazis haut ab!“, an der um die 300 Personen teilgenommen haben, nicht übertrumpfen.

Flüchtlingsdebatte der CSU

Befürchtungen, wie die des ehemaligen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) im vergangenen Jahr, der Sorge vor einer rechtsradikalen Instrumentalisierung bei solch einer Debatte äußerte, haben sich bewahrheitet. So steht auf der Internetseite des Bochumer Bündnisses gegen Rechts, dass „eine von der CSU angezettelte ‚Mißbrauchsdebatte‘  ausgenutzt werde, um  „Stimmungen in der Bevölkerung“ aufzunehmen, aber auch zu verstärken „und sich selbst als Organ der ‚richtigen‘ Ausländer- und Migrationspolitik zu präsentieren.“
Besonders erfreulich ist natürlich die hohe TeilnehmerInnenzahl auf  der Seite der GegegendemonstrantInnen. Um die 300 Personen versammelten sich, um den Neonazis die Stirn zu bieten. Bei ihnen funktionierte die große Koalition auf großartige Weise.

Erfolg für BochumerInnen

Knappschaft gegen Nazis. Foto: kac

Ein Zusammenschluss aus den demokratischen Parteien aller Couleur gegen die rechte Szene war dort zu beobachten. Der Vorsitzende der CDU-nahen CDA, Arne Lindemann, erklärte, dass sich im Asyl zurzeit 250 Menschen aus 35 verschieden Nationen befanden und dass „pauschal zu verurteilen nicht in Ordnung“ sei. Uwe Thiessen von der SPD schwang eine rote Fahne und aus der in NRW Fuß fassenden Menschen-, Umwelt und Tiereschutzpartei erklärte Sabine Hasselbeck-Grütering, dass ihre Partei, aber auch die „Piraten, DKP und die Linken einen schützenden Gürtel für das Flüchtlingsheim stellen“. Sie fügte hinzu: „Wäre Jesus heute als Flüchtling gekommen, dann hätte er keine Chance gehabt.“ Alexander Siefert von der Grünen Jugend aus Dortmund ist der Meinung, dass „jeder Bürger wenigstens ein paar Mal zu einer Gegendemo gehen sollte. Denn die Solidarität ist wichtig.“ Siefert verglich die Demo mit denen, die in Dortmund stattfinden: „Der Unterschied zu Dortmund ist, dass dort viel mehr Nazis an Demos teilnehmen. In Dortmund ist der ehemalige Nationale Widerstand, jetzt die Rechte, vertreten und dann sind auch noch zwei NPD-Parteimitglieder im Dortmunder Stadtrat. Heute werden die Nazis hier in Bochum kaum wahrgenommen, denn es ist nur ein kleiner schwarzer Block. Wir hingegen sind bunt. Es ist schön, dass alles so friedlich verläuft.“ Die Bogestra stellte den Neonazis um 14.45 Uhr kostenlos einen Bus zur Verfügung, der sie direkt vor dem Knappschaftsgebäude abholte.

Aber nicht nur die Stadtparteien waren vertreten. Auch VertreterInnen der RUB haben kräftig demonstriert. Der Sprecher der Grünen Hochschulgruppe, Patrick Vosen sagte: „Die Demo war ein großer Erfolg. Es waren viele Hochschulgruppen der RUB da und das Ergebnis, dass wir so viele waren, um die Flüchtlinge willkommen zu heißen, erfreut jeden.“