Stellungnahme des Herausgebers
Für eine Ruhr-Uni ohne Vorurteile!
Logo: AStA RUB
AStA der Ruhr-Uni Bochum. Logo: AStA RUB
AStA der Ruhr-Uni Bochum.

Seit dem Outing des Neonazi-Funktionärs Michael Brück (u. a. im NRW-Vorstand der Partei „Die Rechte“) durch eine Antifa-Gruppe auf unserem Campus wird sowohl über den Umgang mit Rechtsradikalen als auch über die Outing-Aktion der Antifa kontrovers diskutiert. Dabei sind viele gute Argumente und viele Emotionen im Spiel. In einem „Pro“ und „Contra“ hat sich die :bsz in der letzten Ausgabe mit der „Outing-Aktion“ beschäftigt. Das „Contra“ hat dabei stark polarisiert, wie wir an den Reaktionen auf die Online-Ausgabe erkennen konnten.

Von Seiten eines Mitglieds der :bsz-Redaktion wurde daraufhin ein „Veto“ gegen die Verteilung der Zeitung beim AStA-Vorstand eingereicht. Laut Statut muss der AStA als Herausgeber bei einem Veto vermitteln, wenn die Redaktion sich nicht im Konsens einigen kann.

Dabei hat es sich der AStA nicht einfach gemacht. Auf der einen Seite steht die journalistische Freiheit und unser Wille, keinen direkten Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen. Auf der anderen Seite war die Redaktion nicht einer Meinung, ob die :bsz so verteilt werden soll und ob der Contra-Kommentar dem Redaktionsstatut widerspricht. AStA und :bsz haben einen Kompromiss gefunden. Die letzten beiden :bsz-Ausgaben werden ab dem 18. Dezember zusammen mit diesem Kommentar des AStA verteilt. Gleichzeitig korrigiert die :bsz das Impressum der letzten Ausgabe.

Unsere Meinung:

Der AStA ist grundsätzlich der Ansicht, dass ein Pro und Contra „Nazi-Outing“ einen falschen Schwerpunkt setzt. Darüber hinaus halten wir den angesprochenen Meinungsartikel für unnötig provokant, da die gewählten Vergleiche ungeeignet erscheinen, die Leser*innen zu einer sachlichen Debatte anzuregen.

Anstatt nun jedoch lange über einen Einzelfall zu reden, muss dringend eine Perspektive gefunden werden, solche Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen. Der AStA wird daher mit dem Rektorat im Sommersemester 2014 eine Aufklärungs- und Präventionskampagne starten, die sich an der gleichnamigen Kampagne „Uni ohne Vorurteile“ der Uni Bielefeld orientiert. Zur Ausgestaltung der Kampagne werden alle interessierten Studierenden vom AStA zeitnah eingeladen, damit wir gemeinsam mit der Uni nachhaltig gegen menschenverachtende Strukturen in Uni und Gesellschaft aktiv werden können.

Wir glauben daran, dass Aufklärung, Sensibilisierung und eine sachliche Debatte der Schlüssel dazu sind, gemeinsam und nachhaltig gegen Diskriminierung und Hass vorzugehen. Provokationen und ein immer weitergehendes Hochschaukeln, auch durch polarisierende Artikel mit problematischen Vergleichen, helfen dabei nicht weiter.
 
Der AStA-Vorstand

Autor(in):