Ausgezeichnete Frauen auf der Grimme-Preisverleihung
Ermutigende Worte: „Weiter so, Mädels!“
Bild: Von Krd - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77816621
Das Team von „Bad Banks“: Die Serie begeistert nicht nur wegen ihrem Thema, die Finanzwelt, sondern auch wegen der Wahl zweier weiblicher Hauptrollen. Bild: Von Krd - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77816621
Das Team von „Bad Banks“: Die Serie begeistert nicht nur wegen ihrem Thema, die Finanzwelt, sondern auch wegen der Wahl zweier weiblicher Hauptrollen.

Kommentar. „… und was ist mit den Frauen?“ In diesem Jahr wurden diese während der Grimme-Preisverleihung zwar nicht explizit erwähnt, waren aber trotzdem ein Thema. Frauen sind zwar noch immer unterrepräsentiert, aber einige Veränderungen sind schon geschehen.

Im vergangenen Jahr stand an dieser Stelle ein Artikel über die fehlenden ausgezeichneten Frauen beim Grimme-Preis 2018 (:bsz 1163). Auch wurden während der Preisverleihung oft die Frauen erwähnt. In diesem Jahr ist das anders. Es wurde nicht so oft über Frauen gesprochen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht auch ein Thema waren.

Veränderungen sind möglich
Zunächst muss man sagen, dass für den Grimme-Preis 2019 noch immer weniger Frauen ausgezeichnet wurden als Männer. Jedoch erkennt man trotzdem, dass sich einiges verändert hat. So wurde die Serie „Bad Banks“ ausgezeichnet, deren Hauptfiguren zwei Frauen in der sonst von Männern dominierten Finanzwelt sind. Diese Figuren sind dazu noch sehr selbstbewusst, tiefgründig und machtbesessen. Das ist eher ungewöhnlich. Désirée Nosbusch spielt eine dieser Figuren: „Ich fand es großartig, dass wir endlich so weit sind, dass zwei solcher Hauptfiguren mit Frauen besetzt werden. Vor zehn Jahren hätte die Besetzung anders ausgesehen, es wären wahrscheinlich Männer gewesen.“ Auch wenn noch immer mehr Männer ausgezeichnet werden als Frauen, so ist es doch schön zu sehen, dass sich die deutsche Film- und Fernsehlandschaft auch dahingehend etwas verändert, dass Frauen einen anderen Platz innerhalb von Produktionen bekommen. Maren Kroymann findet es toll, dass auch männliche Regisseure über Frauen drehen: „Männer schreiben anders über Frauen, interessanter, moderner. Bad Banks ist ein gutes Beispiel.“ Sie findet, dass die Serie großartig geschrieben und gut gespielt ist. „Ich finde es gut, dass Männer mittlerweile auch so differenzierte und moderne Rollen schreiben für Frauen.“
Eine Veränderung kann also nicht nur der Umstand bewirken, dass mehr Frauen an Produktionen beteiligt sind, sondern auch, dass Männer diese in ihren Geschichten aufnehmen. So sind auch einige Produktionen ausgezeichnet, in denen Frauen die Hauptrollen spielen, „Bad Banks“, „Kroymann“ und „Hackerville“ sind da nur einige Beispiele. Doch neben den Darstellerinnen gibt es auch einige Frauen hinter den Kulissen, die geehrt wurden. Die Regisseurin Regina Schilling für ihren Dokumentarfilm „Kulenkampffs Schuhe“ zum Beispiel oder das aus sechs Frauen bestehende Team von Docupy, die für ihre Sendung „Ungleichland – Reichtum, Chancen, Macht“ geehrt wurden. Regina Schilling sieht auch, dass die Frauen in der Filmbranche nach wie vor unterrepräsentiert sind, doch bemerkt sie auch eine Veränderung: „Ich habe schon das Gefühl, dass sich da sehr viel ändert, ich bin da optimistisch.“
Die Aufmerksamkeit liegt einfach nicht so sehr auf weibliche Filmemacher*innen und diese gehen noch nicht offen genug mit ihren Werken und ihrem Können um.
Dass Selbstbewusstsein eine wichtige Rolle spielt, findet auch Désirée Nosbusch: „Wir sind vielleicht nicht selbstbewusst genug und stellen unser Licht doch in den Scheffel. Aber ich finde, dass wir Mädels zusammenhalten müssen. Weiter so, Mädels“.

:Maike Grabow

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