Improvisationskünste der etwas anderen Art
Einen Steinwurf vom Mount Everest entfernt
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Vorfreude ist die schönste Freude? Babette von „Improgranti“ schreibt den genannten Ort für das Hörspiel auf. Foto: lor
Vorfreude ist die schönste Freude? Babette von „Improgranti“ schreibt den genannten Ort für das Hörspiel auf.

„5-4-3-2-1: Impro!“ Auf das Signal hin schließen alle Anwesenden ihre Augen. Schon jagt der kleine Tim-Pascal durch den Park und den Friedhof, wo er seine Katze Molly findet, die verletzt ist. Nur Superveterinär Werner kann sie retten, der praktischerweise Tim-Pascals Onkel ist. Doch der Weg zu seiner Praxis ist weit – und führt über den Mount Everest, wo Gott, inkognito als Yeti, auf Werner wartet. 

All das spielt sich in Wahrheit auf der Bühne des Musischen Zentrums der RUB ab. Und: Es ist ein Impro-Hörspiel, spontan zusammengesponnen von der Gruppe „Improgranti“ unter Mithilfe der kreativen Ideen der ZuschauerInnen. 
Seit dem 15. November findet jeden zweiten Dienstagabend die Open Stage statt. Diese ist Teil des
inStudiesplus-Projekts der Ruhr-Universität. Das Ziel sei laut Antragsprosa der weitere Ausbau des internationalen Campus RUB, „als Voraussetzung, damit Studierende von Heterogenität in all ihren Facetten profitieren und Kompetenzen für das verantwortungsvolle Handeln in einer globalen Gesellschaft weiterentwickeln.“

Internationaler Campus

Julia Naunin, Theaterwissenschaftlerin und Dramaturgin, ist seit Oktober 2016 Teil des siebenköpfigen Teams von „RUB ARTS & CULTURE“ und speziell für die Open Stage zuständig. Ihre Kolleginnen kommen sowohl aus dem Musischen Zentrum als auch von der Kulturellen Bildung. 
Im Rahmen der Open Stage stellen Studierende der RUB Theater, Installationen, Musik, kurzum: Kultur und spezifisches kulturell-internationales Wissen vor. Das kann sich in Lip-Sync-Workshops oder in einer Schnelleinführung in afghanische Tänze manifestieren: „Es geht mir darum, Formen eines kulturellen Wissens von Studierenden sichtbar und hörbar zu machen.“ Die unter wechselnden Mottos stattfindende Veranstaltung richtet sich an alle Studierenden, gesprochen wird auf Deutsch und Englisch. Was das Programm angehe, sei sie offen für Anregungen vonseiten der Studierenden, so Naunin. Im kommenden Sommersemester bietet die Theaterwissenschaftlerin einen Kurs im Rahmen des Optionalbereichs an: Für fünf CP können Studis aktiver Teil der Organisation der Open Stage sein und diese dadurch im MZ mitkonzipieren. 

Persisches Juwel

Die Musiker, die zum Teil bereits bei der Open Stage aufgetreten sind, habe sie eher zufällig getroffen. Einer dieser Zufallstreffer ist Amir Hadighehban. Der iranische Student bereitet sich für sein Masterstudium in Automatisierungstechnik und Prozessinformatik vor, lernt seit vier Wochen Deutsch und spielt seit acht Jahren Akustikgitarre. Dies tat er mit einer Virtuosität und Hingabe, dass die Zuhörenden vor allem nach seiner Improvisation besonders euphorisch klatschen. 
Die nächste Open Stage findet am 
2. Mai im Musischen Zentrum statt. Davor wird es mit „EURORUB VISION SONG“ ein Festival in Anlehnung an den Eurovision Song Contest geben. Wie auch im Original werden Songs aus verschiedenen Ländern vorgestellt und über die Beiträge wird unter anderem das Publikum abstimmen. Das Event findet am 21. April um 19 Uhr im MZ statt. Weitere Infos gibt’s unter tinyurl.com/improrub und Fragen könnt Ihr per Mail an julia.naunin@rub.de richten. 
:Andrea Lorenz