Erlebnisse aus dem Mathematik-Studium – der Ratgeber
Ein 1 x 1 für alle verzagten Mathe-Studis
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Irgendwann versteht jeder diesen Zeichensalat: RUB-Student Ansgar Scholten will mit einem Ratgeber Mut für das Mathe-Studium machen. Foto: bent
Irgendwann versteht jeder diesen Zeichensalat: RUB-Student Ansgar Scholten will mit einem Ratgeber Mut für das Mathe-Studium machen.

RATGEBER. Tausende brechen jährlich ihr Mathe-Studium ab. Das muss nicht sein, dachte sich Ansgar Scholten. Der RUB-Student hat seinen Bachelor in dem Fach gemacht und das Buch „Mythos Mathestudium“ geschrieben, mit dem er anderen Mut machen will.

Im Oktober hält der Professor wie zu jedem Semesterstart im Vorlesungssaal seine übliche Ansprache: „Schauen Sie mal nach rechts oder nach links. Weihnachten ist nur noch die Hälfte da.“ Was nach Elite-Akademie klingt, ist die harte, aber ganz normale Realität im Studiengang Mathematik. Denn die AbrecherInnenquote an nahezu jeder deutschen Hochschule beträgt 50 bis 80 Prozent.

Doch Ansgar Scholten hat es geschafft: Im Wintersemester 2013/14 hat er an der RUB seinen Bachelor der Sportwissenschaft und natürlich der Mathematik begonnen und in der Mathematik bereits den Abschluss gemacht. Wenn auch nur knapp: „Ich gehörte selbst zu den 4,0-Kandidaten“, erzählt der 22-Jährige. Nachdem der gebürtige Bocholter seinen akademischen Grad der Mathematik erhielt, stand schnell sein nächstes Ziel fest: „Es war an der Zeit, das Schicksal von wem zu zeichnen, der es überstanden hat“, sagt er mit einem Augenzwinkern. So schrieb Ansgar das Buch „Mythos Mathestudium: Was einem kaum jemand erzählt“, das nun im Hamburger Verlag erschienen ist. 

Mit dem Ratgeber möchte er auch aufklären: „Da schwirren schon sehr viele Halbwahrheiten herum und ich möchte einfach die Angst vorm Mathe-Studium nehmen.“

Viele berufliche Chancen 

Viele informierten sich vorher einfach schlecht oder versuchen, ohne Hilfe anderer ihr Studium zu absolvieren. Ansgars Tipp: Am besten gemeinsam in Gruppen lernen. Nebenbei seien Fleiß und Disziplin erforderlich. Er selbst gibt zu, bis heute nicht alles drauf zu haben: „Ich habe mich da selbst nur durchgemogelt. Nerds gibt es natürlich auch, aber viel viel weniger, als sich die meisten Leute vorstellen. Die verstehen dann Sachen, die ich teilweise nicht einmal buchstabieren kann.“ Doch darauf komme es nicht an, denn auch AbsolventInnen, die nicht den besten Schnitt vorzeigen können, hätten gute berufliche Chancen: „Egal, was man damit machen will, mit Mathe findest du immer was.“ Das gelte auch für Lehramtsstudierende: „Der meiste Inhalt wird an der Schule nicht gebraucht. Daher sind die meisten froh, das einfach irgendwie zu schaffen.“

Ganz nebenbei stellt sich am Ende auch ein gewisser Aha-Effekt ein: „Wenn man dann am Ende etwas versteht, kommt man sich schon schlau vor. Diese Art des logischen Denkens ist wirklich faszinierend“, schwärmt der RUB-Student und bekräftigt: „Es ist auch als Normalsterblicher möglich – sogar mit ein bisschen Freizeit nebenbei.“ Mit seinem Ratgeber will er dafür ab sofort Tipps und Hilfe geben. Auch damit niemand verzagt, wenn der Professor nun zum Sommersemester wieder seine übliche Ansprache hält.

:Benjamin Trilling

Ansgar Scholten: „Mythos Mathestudium: Was einem kaum jemand erzählt“, Hamburger Verlag, 260 Seiten, 
12,89 Euro (Taschenbuch-Ausgabe)