Glosse zum Studileben: AkademikerInnen sterben an Hirntumoren und dreckige Arbeitsplätze machen blöd
Dumm aber glücklich
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Wer kennt’s nicht? Chaos am Schreibtisch macht laut Studie doof. Foto: ken
Wer kennt’s nicht? Chaos am Schreibtisch macht laut Studie doof.
„Läuft bei mir“, denk ich mir doch da als Studi: Laut einer schwedisch-britischen Untersuchung erkranken Menschen, die eine mindestens dreijährige akademische Laufbahn haben, häufiger an tödlich verlaufenden Hirntumoren. Eine andere Studie aus den USA gelangte zu der Erkenntnis, dass unaufgeräumte Arbeitsplätze dumm machen. So sitze ich an meinem Schreibtisch, balanciere eine weitere leere Tasse auf meinen Geschirrstapel, puste ein paar Brötchenkrümel von meiner Tastatur und sinniere über den (Un-)Sinn meines Lebens …
 
Neueste Studien zeigen, dass Frauen echte Glückspilze sind! 4,3 Millionen Krankenakten hat ein Forschungsteam zwischen 1993 und 2011 ausgewertet und dabei festgestellt, dass Frauen mit akademischer Laufbahn ein 23 Prozent höheres Risiko haben, an einem tödlichen Hirntumor zu erkranken. Bei Männern sind es vernachlässigbare 19 Prozent.
 
Außerdem können Männer ihr Risiko mindern. Bei ledigen Herren ist die Tumorgefahr nämlich geringer. Womöglich auch nur, weil sie keine Frau haben, die sie auf ihren Gedächtnisschwund hinweist …
 
Ich hingegen muss mich wohl damit abfinden, dass mein Mann seine Fürsorgepflicht nicht erfüllt und ich meinen Tumor allein bemerken muss.
 
Da wir ja aber in einer gerechten Welt leben und alle Frauen immer ordentliche und saubere Arbeitsplätze haben (Hust. Räusper. Sorry, hatte ’nen Frosch in den Fingern) gleicht sich das vielleicht ein bisschen an. Denn ForscherInnen in den USA haben rausgefunden, dass dreckige Arbeitsplätze doof machen. Bei den fast 5.000 Untersuchten stellte man überraschenderweise fest, dass gerade bei Leuten, die während der Arbeit Schimmel, Lösungsmitteln und anderen Schadstoffen ausgesetzt sind, die kognitiven Fähigkeiten sinken.

Gesundes Single-Leben?

Ich – als Studentin wie sie im Buche steht – racker mich ab, um meinen guten Abschluss in Regelstudienzeit (für die Unordentlichen: Das sind sechs Semester) zu schaffen und zum Dank dafür steigt die Chance, dass Mutter Natur mir einen Hirntumor schenkt. 
 
Bei dem Gedanken an meinen vorbildlichen Studi-Nachbarn, wie er Playstation zockend, TK-Pizza mampfend zwischen aufgeschlagenen Lehrbüchern hockt und unter seinem Single-Dasein leidet, hab ich fast Mitleid mit dem armen Kerl. Was man nicht alles tut für die liebe Gesundheit … 

Auch das kein Trost

Tja, wenn ich schon wahrscheinlicher ein Gliom bekomme als die Herren und Unordnung doof macht, kann ich meine tumorfreien Jahre auch mit Spaß verbinden. Und was macht mehr Spaß als Sex? Also kurz mal Chaos gestiftet und den IQ um 30 Punkte runtergefahren. Denn die alte Bauernweisheit „dumm ist gut zu Vögeln“ (und anderen Tieren) ist Dank einer Studie von 2008 bestätigt: Frauen mit niedrigerem Abschluss (wenn man so will also dumme Frauen) haben leichter Höhepunkte.
 
Die Band Sondaschule hat das schon richtig erkannt: Dumm aber glücklich.
 
Wenn Ihr mich dann entschuldigen würdet, ich muss dringend meinen Schreibtisch verwüsten.        
 
 :Kendra Smielowski