Künstler kommt, Stadtverwaltung bockt
Drache unerwünscht?
Foto: Heinz Krautwurst, hk-skulpturen.de
Bunt und freundlich: So könnte der Drache aussehen. Foto: Heinz Krautwurst, hk-skulpturen.de
Bunt und freundlich: So könnte der Drache aussehen.

Ein Drache als Spiel- und Ruheplatz in der Innenstadt: Die Initiative „Bochum und Wattenscheid ändern mit Herz“ (BoWäH) und die Stadtwerke wollen dies verwirklichen; auch die Finanzierung steht – nur die Stadtverwaltung stellt sich partout quer.

Viele BochumerInnen freuen sich bereits darauf, dass möglichst bald eine Drachen-Skulptur aus Beton und Mosaik die Bochumer Innenstadt bereichert – als buntes Kletter- und Spielobjekt für kleine und große Kinder sowie als atypische Sitzgelegenheit. Das Spieldrachen-Projekt der damals noch BÄH-Bürger („Bochum ändern mit Herz“) genannten Initiative erhielt 2013 beim Sponsoring-Wettbewerb der Stadtwerke in der Rubrik „Kultur“ mit über 5.000 „Herzen“ große Zustimmung. In Folge dessen haben die Stadtwerke die Kosten von 11.300 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer bereitgestellt, um der Stadt einen dementsprechend dimensionierten Drachen zu schenken. Die Gestaltung der Skulptur soll durch den Künstler Heinz Krautwurst sowie durch Bochumer SchülerInnen erfolgen.

Am letzten Freitag kam Krautwurst, der bereits zahlreiche solcher bespielbaren Beton-Mosaik- Skulpturen realisiert hat, für einen Rundgang durch die Innenstadt nach Bochum, um dabei das Vorhaben zu erläutern und sich ein Bild von möglichen Standorten zu machen. Wie die dahinter stehende Initiative BoWäH bekannt machte, besteht seitens der Bochumer Stadtverwaltung jedoch kein Interesse, mit dem Künstler zu sprechen oder die Planungen zu unterstützen. In einer von BoWäH veröffentlichten E-Mail des Baudezernenten Ernst Kratzsch (SPD) heißt es, „intensiver Nutzungsdruck in der Innenstadt und die vielen verschiedenen zu berücksichtigenden öffentlichen Belange oder Veranstaltungsformen“ ließen keinen in der Innenstadt gelegenen Standort für den Spieldrachen zu. Für das Vorhaben solle, so Kratzsch, stattdessen ein Privatgrundstück gewählt werden.

Angesichts der zu weiten Teilen verwaist wirkenden Bochumer Innenstadt eine sehr fragwürdige Aussage. Der Künstler Krautwurst sah am Freitag beim dortigen Rundgang jedenfalls viele Plätze, die für den Drachen grundsätzlich geeignet wären. Am besten gefiel ihm dabei der Kuhhirten-Platz. Ob nun dort, am Husemannplatz oder anderswo in der Innenstadt: Es gelte zu erreichen, dass die Stadtverwaltung dem Wunsch der Bochumer BürgerInnen folge und die Realisierung des Mosaik-Drachens an einem geeigneten öffentlichen Platz ermögliche.

Patrick Henkelmann

 

Internetseite von Heinz Krautwurst:
hk-skulpturen.de
 

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