Falschinformationen im Netz bekämpfen mit DORIAN
Detektierte Desinformation

Fakenews. Medienpsychologen der Uni Duisburg-Essen (UDE) beteiligen sich am Projekt DORIAN, das Fakenews erkennen soll.

Nachrichten verbreiten sich via Internet in unfassbarem Tempo. Kaum gepostet, sind schon Tausende UserInnen informiert. Auch Fakenews sind von dem Schneeballeffekt betroffen und verbreiten sich rasant. Diesen gezielten Falschinformationen entgegenzuwirken, ist die Aufgabe von DORIAN. Das Projekt „Desinformation aufdecken und bekämpfen“ erarbeitet in Kooperation von Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT (Darmstadt), der Hochschule der Medien (Stuttgart), der Universität Kassel und der Universität Duisburg-Essen daran, wie Fakenews entdeckt werden können und wie damit umgegangen werden kann.

Fachbereiche vereinen

„Wir ergründen Meinungsmanipulation mit einem umfassenden interdisziplinären Ansatz“, erklärt Dr. Michael Kreutzer vom Fraunhofer SIT, Projektleiter von DORIAN.An dem Projekt sind ForscherInnen aus verschiedenen Teilbereichen beteiligt, um einen möglichst differenzierten Blick auf das Gesamtproblem zu haben. Während die Projektleitung sich mit den technischen Möglichkeiten der Erkennung befasst, wird die Uni Kassel den Fokus auf den datenschutzrechtlichen Aspekt legen. Die Hochschule der Medien wird eine Sammlung von Fakenews anfertigen und diese bewerten. Die MedienpsychologInnen der Universität Duisburg-Essen werden mit aktuellen Studien untersuchen, wie Fakenews wahrgenommen und in Erinnerung behalten werden. „Wir untersuchen Prozesse der Meinungsbildung in sozialen Medien sowie Mechanismen zur Weiterleitung von Informationen im Internet“, erklärt Prof. Nicole Krämer von der UDE.

Ziel des Projekts sei es, „mögliche technische Lösungen zur automatisierten Erkennung und Bekämpfung von Desinformation und Meinungsmanipulation im Internet“ aufzuzeigen, „die grundrechtskonform sind und nicht zensierend wirken sollen“, so Kreutzer. 

Das Forschungsprojekt wird mit über 1 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium bis 2019 gefördert.

:Kendra Smielowski