Kulturfestival in der Retrospektive
Das war die BoBiennale 2017
Foto: fah
Außen „Huh?“ , innen Kunst: Das TINYrooms an der Ecke Schmechtingsstraße/Hofstederstraße ist im doppelten Sinne eine Entdeckung. Foto: fah
Außen „Huh?“ , innen Kunst: Das TINYrooms an der Ecke Schmechtingsstraße/Hofstederstraße ist im doppelten Sinne eine Entdeckung.

Reportage. Vom 8. bis zum 18. Juni fand das neu initiierte Kulturfestival in Bochum statt. Dabei lud die freie Szene zu einer Vielzahl an Veranstaltungen ein. Die :bsz berichtet von zwei Highlights.

Am 9. Juni standen bei der „Langen Nacht der Ateliers“ die Türen von mehr als 20 Ateliers in ganz Bochum für jedeN InteressierteN von 18 bis 24 Uhr offen. Uns führte der Weg dabei nach Bochum-Hamme in die Speckschweiz. Dort waren fünf Ateliers zu besuchen: Das Atelier Gabi Moll an der Josephstraße, das Atelier ktg an der Haldenstraße und die drei Ateliers Wassermann Gros, Krzysztof Gruse und TINYrooms an der Ecke Schmechtingsstraße/Hofstederstraße. Gerade in den frühen Abendstunden war dabei noch nicht allzu viel los, wodurch es möglich war mit den KünstlerInnen intensive und spannende Gespräche, nebst Getränke- und Kunstverzehr, zu führen. Während ein Besuch bei jedem der Ateliers einen ganz eigenen Charme hatte, beeindruckte besonders das TINYrooms.

Bochums kleinstes Museum

Auf den ersten Blick erinnert Bochums kleinste Ausstellungsfläche an einen alten KrämerInnenladen. Das Herzstück des im Oktober 2016 eröffneten Ausstellungsraums ist ein alter Kurzwarenschrank. Darin enthalten sind derzeit 48 Schubladen mit den Miniatur-Kunstwerken von 48 Bochumer KünstlerInnen. Das TINYrooms schafft dabei im Kleinen, was die lange Nacht der Ateliers im Großen schafft: einen Querschnitt durch die Bochumer Kunstszene. Wer die TINYrooms selbst einmal besuchen will: Jeden Dienstag zwischen 17 und 20 Uhr gibt es bei freiem Eintritt eine kleine Führung von Kurator Gianpiero Piria.

Mit dem Rad zur Kunst

Am 15. Juni war der Open-Air-Tag der BoBiennale. Den besten Zugang zu den verschiedenen Attraktionen bot dabei ein Fahrrad. Auf dem Springorumradweg zwischen dem Zugang an der Querenburger Straße und dem Gelände des Prinz-Regent-Theaters gab es von 12 bis 18 Uhr einiges zu sehen. Unter anderem gab es die Hörstation von CT das radio und insgesamt acht verschiedene Filmstationen. Wer selbst kein Rad dabei hatte, konnte mit etwas Glück eines der Klangfahrräder von Rob Verwer ausleihen und mit großem Getöse die Tour zu den Attraktionen unternehmen. Wer vom Radeln insgesamt nichts hält, konnte am Glockengartenzugang einem geführten Spaziergang beiwohnen und sämtliche Orte auch zu Fuß erreichen. Highlight des Open-Air-Tags war ganz klar die teils mobile Open Air Bühne: Bis 17 Uhr wussten dort bei bestem Wetter der Chor von Radio Bochum, die Percussion-Band Heldmanns Sohn, die Wanderbühne VIGLI und die Theatergruppen Karfunkelstein und WortSinnWeisen bestens zu unterhalten. Das schöne Wetter hielt sich glücklicherweise bis zur letzten Veranstaltung.

Bis zur BoBiennale 2019

Wer sich einen Eindruck vom gesamten Festival machen möchte, für den/die lohnt sich ein Blick auf die Facebook-Seite oder bobiennale.de. Dort gibt es Eindrücke zu den meisten Veranstaltungen zu sehen und zu lesen. Außerdem kann man sich auf der interaktiven Karte einen Überblick verschaffen, wo in Bochum die Kultur lebt. Die nächste BoBiennale ist erst für 2019 geplant.                    

   :Frederik Herdering