Das Internet als emotionaler Seismograph der Gesellschaft
Das Internet von morgen
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Sorgt sich auch um eure Instagram Feeds: Sascha Lobo. Bild: fufu
Sorgt sich auch um eure Instagram Feeds: Sascha Lobo.

Digital. Vergangenen Donnerstag war der Publizist und Netzexperte Sascha Lobo zu Gast beim Informationsdienst Wissenschaft (idw) im Blue Square.

Im Jahr 2006 war die kleine Kompaktkamera Canon Powershot SD600 die meist genutzte Kamera, da sie einerseits mit einem fairen Preis, andererseits mit einer guten Verstaubarkeit überzeugen konnte. Fünf Jahre später war der Sieger nicht mehr so greifbar. Die digitale Applikation „Kamera“, zu finden auf jedem iPhone, erklimmt die Spitze der Popularität. Heute ist es Instagram, das als Spitzenreiter der Fotoapparate gilt. Digital ist zugänglich, digital ist einfach. Und nicht zu selten ist digital vor allem auch „quasi“ kostenlos.

Bequemlichkeit siegt!

Für viele gelte das Smartphone mittlerweile schon als natürliche Ergänzung ihrerselbst. „Wenn man heutzutage mal Jugendliche am Bahnhof fragen würde, ob man ihr Handy kurz benutzen darf, haben die wahrscheinlich nahezu Amputationserscheinungen“, so Lobo zu dem Thema, wie wichtig und selbstverständlich Smartphones in unserer heutigen Gesellschaft  sind. Die Bereicherung, die wir durch digitale Medien erfahren können, stößt dabei allerdings nicht zu selten auch auf schwere Kritik. Denn oft sind diese großartig und gruselig zugleich. „Mit der richtigen Motivation scheinen Menschen jedes noch so intime Geheimnis zu teilen“, resultiert Lobo im Bezug auf eine verfügbare App, die es ihren User*innen ermöglicht, digitale Datenbanken ihrer gesammelten Geschlechtskrankheiten zu erstellen und diese mit ihren Freund*innen zu teilen.


5G ist doch an jeder Milchkanne notwendig!

Aber all das passiert freiwillig, denn nicht Technologie, sondern die Art, wie die Leute sie nutzen, verändert mittlerweile unsere Welt. Häufig mangle es einfach nur an Aufklärung, weshalb er eine gesellschaftliche Verantwortung aller darin sieht, das Wissen zur Digitalisierung zu vermitteln. So hat beispielsweise die App „Pokemon Go“ genau das geschafft, woran viele Politker*innen lange gescheitert sind. Die Jugend bewegt sich intensiver und geht wieder vor die Tür. „Gerade unter jenen, die diese Motivation am meisten benötigen, erzielt es diesen Effekt“, zitiert Lobo aus einer Zeitung, mit Verweis auf sich und seinen Level 40 Pokemon Go Account.        

:Christian Feras Kaddoura