Martin Luther Kings Erben.
Das darf man doch wohl sagen?!
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Zusammen ein Zeichen setzen: Für die rechtliche Anerkennung negativ konnotierter Sprache gegen dunkelhäutige Menschen. Bild:Bena
Zusammen ein Zeichen setzen: Für die rechtliche Anerkennung negativ konnotierter Sprache gegen dunkelhäutige Menschen.

Aktivismus. „Nein!“, meinten rund 250 Demonstrant*innen am vergangenen Samstag in Köln: Nein zum N-Wort und zum Urteil des Landesverfassungsgerichts in Greifswald.

Rund eine Million Afrodeutsche wohnen derzeit in Deutschland. Einige von ihnen fanden am Samstag den Weg nach Köln, um sich gegen die Legitimierung von negativen Begrifflichkeiten, in Bezug auf dunkelhäutige Menschen zu solidarisieren.
Gegen 13:30  Uhr trafen sich die ersten interessierten Menschen und das Organisationsteam rund um Bündnis14 Afrika e.V., die Sonnenblumen Community Development Group e.V. sowie verschiedene andere lokale Akteur*innen zusammen und bereiteten die organisatorischen Dinge vor, ehe Joanna Peprah die Demonstrant*innen begrüßte und den in Nigeria geborenen Architekt und Diversity Trainer Eli Abeke vom Bündis14 Afrika e. V. aus dem Integrationsrat der Stadt Köln auf die Bühne bat. In seiner Eröffnungsrede erinnerte er die Zuhörer*innen daran, dass im 18. Jahrhundert mit Anton Wilhelm Amo einer der ersten Menschen mit afrikanischer Abstammung den Weg nach Deutschland fand. Der Philosoph studierte nicht nur in Halle, er lehrte auch an den Universitäten in Halle und Wittenberg. Abeke wollte in Gedenken an den Anschlag auf das Bürgerbüro von Dr. Karamba Diaby darauf aufmerksam machen, dass die afrodeutsche Kultur eine lange Historie mit sich trägt. Doch sollten die Demonstrierenden auch nicht vergessen, warum sie an diesem Tag zusammengefunden haben.

Das Gerichtsurteil des Landesverfassungsgerichts in Greifswald, welches Eli Abeke wie folgt beschrieb: „Man möchte weiterhin menschenverachtende Politik mit rassistischer Ausgrenzung betreiben. In diesem Fall: gezielt Politik gegen Menschen mit afrikanischer Herkunft weiterführen“ und erntete Applaus. Die rund 250 Demonstrant*innen machten sich mit Musik im Gepäck auf in Richtung Kölner Dom. Aufgrund eines Fußballspiels musste die ursprüngliche Planung etwas geändert werden, was die Organisator*innen vorab mitgeteilt hatten. In Begleitung der Polizei animierte der Zug die zuschauenden Leute zum Mitmachen, denn die Route ging mitten durch das Kölner Zentrums.
Gegen Halbzeit wurde am Neumarkt ein kleiner Stopp eingelegt und nicht nur die aktiven Teilnehmer*innen lauschten den Worten von Eli Abeke, sondern auch die Menschen, die auf die Busse warteten. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam der Zug auf der Einkaufsstraße: Kund*innen kamen aus den Geschäften raus, schauten sich die Sprechchöre an und filmten das Szenario. Kurz vor Ende der Route ging es durch eine Unterführung am Bahnhof, was für die Demonstrierenden ein besonderes Gemeinschaftsgefühl schaffte. „Die Geräuschkulisse und die Stimmung fand ich dort besonders gänsehauterregend,“ so Studentin Alissa abschließend zur Demo.
An der Domplatte angekommen, sprach Christophe Twagiramungu vom Unterbezirksvorstand der SPD Köln zu den Teilnehmer*innen. Er sprach von Wut über den Beschluss aber auch von der Liebe, die an diesem Tag gezeigt wurde. Ebenso, dass das Ziel nur politisch zu erreichen sei, wenn sich die  Mehrheitsgesellschaft solidarisch zeigt und stellte heraus, dass alle demokratischen Parteien eingeladen seien, daran mitzuwirken. Danach gab es weitere Redner*innen und Sänger*innen, die mit ihrer Kunst einen positiven Abschluss schaffen wollten. Die aus Kenia stammende, angehende Lehrerin Wambui Rose zeigte abschließend auf, wie wichtig Sprache ist:
„Keine Sprache ist so präzise wie die Deutsche. Man kann wirklich alles sagen und verbinden! Du kannst „Korinthenkacker“ sagen und nicht übersetzen. Aber wenn eine Person meint, sie müsse ein Wort benutzen, weil ihr die anderen Worte zur Beschreibung einer  Person nicht reichen, dann ist das ein Problem.“    

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    :Abena Appiah