Stadt stellt ISEK vor
Das Bochum der Zukunft
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Neugestaltung des Südrings: Mit einer Summe von ungefähr 4 Millionen Euro sollen die Spuren des Südrings neu aufgeteilt und begrünt werden. Bild: stem
Neugestaltung des Südrings: Mit einer Summe von ungefähr 4 Millionen Euro sollen die Spuren des Südrings neu aufgeteilt und begrünt werden.

Stadtentwicklung. Vergangene Woche stellte die Stadt ihre Pläne für die neue Innenstadt vor. Nun herrscht ein straffer Zeitplan, denn bereits 2020 sollen die Mittel freigegeben sein.

Schätzungsweise 500 Millionen Euro, davon 167 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln. Diese Summe soll von 2020 bis 2026 in die Aufwertung der Bochumer Innenstadt fließen. Um mit der Umsetzung des sogenannten Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) wie geplant schon 2020 zu beginnen, macht die Stadtverwaltung nun Druck. Denn bis zum 30. September gilt es, einen Entscheid über die konkreten Maßnahmen zur Aufwertung der Innenstadt im Stadtrat zu beschließen und einen Fördermittelantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg einzureichen. Dann kann das Projekt mit bis zu 58 Millionen Euro aus Stadtbaufördermitteln von Bund und Land unterstützt werden kann. „Erreicht man dieses Ziel nicht, ist man ein Jahr später dran,“ so Stadtbaurat Markus Bradtke. Aufgrund der im kommenden Jahr stattfindenden Kommunalwahlen wäre ein Beschluss des Pakets daher wesentlich unsicherer.
Die Maßnahmen, die dabei vorgeschlagen werden, reichen von der Um- und Neugestaltung zahlreicher Plätze und Parks, wie beispielsweise dem Husemannplatz, Dr.-Ruer-Platz, dem Kortumpark und dem Appolonia-Pfaus-Park hin zu Großprojekten wie dem Haus des Wissens im alten Telekom-Block gegenüber des Rathauses. Auch die weitere Nutzung des Areals, auf dem sich derzeit noch das bald abgerissene Bildungs- und Verwaltungszentrum (BVZ) befindet, steht zur Debatte.

Noch steht nicht fest, welche von den 79 vorgestellten Einzelmaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Um den Entscheidungsfindungprozess zu vereinfachen und ein Meinungsbild der Bochumer Bürger*innen einzuholen, leitete die Stadt im vergangenen Jahr die Partizipationsstrategie Bo wird Bäm! zusammen mit der steg Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft NRW mbH und dem Hamburger Büro für Stadtentwicklung und Partizipation urbanista ein. Wie Jens Cüppers, Geschäftsführer von steg NRW ausführte, sind Bochumer*innen vor allem an drei Dingen interessiert: Grün- und Freiflächenstruktur, Mobilität und die Identität der Stadt. „Das ist für mich sehr verblüffend, weil normalerweise in anderen Städten das Thema Mobilität mit Abstand alles dominiert“ so Cüppers. Beim zweiten Zukunftsforum, das vergangene Woche in der Rotunde stattfand, sollte durch die Einholung eines Meinungsbilds vonseiten der Bürger*innen eine Top 20 der Projekte aufgestellt werden, die die Stadt mit Hochdruck angehen soll. Trotz der Beteiligung der Einwohner*innen bei der Vorstellung der Projekte liegt die Entscheidung darüber, welche Maßnahmen umgesetzt werden bei der Stadtverwaltung, wie Markus Bradtke einräumt: „Heute wird nichts entschieden. Entschieden wird in den Gremien und danach wird man sehen, ob uns das Land Nordrhein-Westfalen mit einer Förderzusage beglückt.“           

:Stefan Moll

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Einen Überblick über die vorgeschlagenen Maßnahmen und das ISEK ist im Internet unter bo-wird-bäm.de verfügbar.

 

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