In Göttingen nimmt Gewalt zwischen Studierenden zu
Burschenschaften unter Beschuss
Foto: flickr / Andrij Bulba
Friedliche Aufmärsche gehören der Vergangenheit an: In Göttingen eskaliert der Konflikt zwischen Burschenschaften und Linksradikalen und endet häufig mit Polizeieinsatz. Foto: flickr / Andrij Bulba
Friedliche Aufmärsche gehören der Vergangenheit an: In Göttingen eskaliert der Konflikt zwischen Burschenschaften und Linksradikalen und endet häufig mit Polizeieinsatz.

Brennende Häuser und Schmierereien an den Wänden: In Göttingen eskaliert zunehmend der Konflikt zwischen Burschenschaften und linken Radikalen. 

Zuletzt brannte ein Haus, in dem auch Unbeteiligte wohnten. Die Polizei ist sich sicher: Hier waren linke AktivistInnen am Werk. Der Konflikt sei kein neuer und auch die Ausschreitungen sind bereits bekannt, erklärte die zuständige Polizei. Die jüngsten Vorfälle zeigten aber, dass in Göttingen das Reizpotenzial sowie die Gewaltbereitschaft besonders hoch seien. Letztes Jahr versuchten Mitglieder Schmierereien an den Wänden der Verbindungshäuser zu entfernen. Linke Studierende hatten das fotografiert – bereits solche Zwischenfälle genügen: Es kam zu verbalen Auseinandersetzungen, die in Rangeleien endeten. Schließlich mussten Beteiligte beider Seiten im Krankenhaus behandelt werden.

Angeheizt wird die Stimmung dadurch, dass Verbindungsmitglieder immer häufiger offen ihre Gesinnung zeigten: Auch in der Freizeit tragen sie Schärpe und Mütze. Dass jedoch nicht alle Verbindungen rechtsgerichtet oder gar rassistisch sind, teilweise Frauen, Homosexuelle oder AnwärterInnen mit Migrationshintergrund aufnehmen, sei den Linken vermeintlich egal: Bei ihren Angriffen differenzierten sie nicht, wie ein Göttinger Student gegenüber dem Spiegel berichtete.

Ruhiger im Ruhrgebiet

In NRW geht es bislang friedlicher zu. Auch hier seien rechtsgerichtete Burschenschaften ein Thema. So lud die Düsseldorfer Linke im vergangenen Monat in die Heinrich-Heine-Universität zu einem Informationsabend ein. Es ging um den Dachverband, vermeintliche NPD- und AfD-Funktionäre, die in den Verbindungen agieren und um zweifelhafte Gesinnungen. Ausschreitungen wie in Niedersachsen sind im Ruhrgebiet bislang nicht bekannt. Auch in Bochum haben sich seit Anbeginn der Ruhr-Uni einige schlagende Verbindungen gegründet. Ihnen wird zum Teil ebenfalls eine Ansiedlung am rechten Rand des politischen Spektrums nachgesagt. Die hiesigen Linken jedoch bedienen sich konventioneller Mittel, diskutieren und informieren und nehmen von Gewalt bislang Abstand.

:ksz

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