Greenpeace-Kleidertausch: JedeR bringt nach Möglichkeit und nimmt nach Bedarf
Ausmisten und tauschen: Nachhaltigkeit ist In
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Tausch-Rausch: Bochums Greenpeace lädt zur Kleider-Aktion ein. Bild: sat
Tausch-Rausch: Bochums Greenpeace lädt zur Kleider-Aktion ein.

Reportage. Fernab vom Weihnachts-Trubel bot sich vergangenen Sonntag eine ökologische und bargeldlose Shoppingalternative: Der Kleidertausch. Die nachhaltige Veranstaltung wurde von Bochums Greenpeace-Gruppe möglich gemacht.

Ein kalter und verregneter erster Advent bot sich dieses Jahr: Doch die kleinen Dinge im Leben sind es, die es lebenswert machen. So freute ich mich, erst um 12 Uhr aufstehen zu müssen und zu einem Trödelmarkt der ganz besonderen Art aufzubrechen. Der erste Kleidertausch des Bochumer Green-

peacekreises lud von 12 bis 16 Uhr zum Stöbern und Tauschen ein. Etwa zehn Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof Bochum trennten mich vom Greenpeace-Hauptquartier in der Alsenstraße 27 – auch bekannt als „Umweltzentrum Bochum“.

Spielregeln

Erfreulicherweise war das etwa 40 Quadratmeter große Lädchen gut geheizt und vor allem trocken. Nach einer kurzen Begrüßung der Greenpeace-Aktivistin Anna, wurden mir die drei Reihen und die Garderobenstangen mit gespendeten Kleidern sowie das vegane Gebäck gezeigt. 

Die Aufforderung zu tauschen und mitzumachen wurde über Facebook und mehrere lokale Medien kommuniziert: JedeR darf maximal zehn Kleidungstücke mitbringen. Diese sollten gewaschen und tragbar sein. Die Kleidungsgröße sollte sich an Erwachsenen-Größen orientieren.

Das Umweltzentrum war nicht überfüllt: Mit etwa zehn Tauschenden gingen und kamen immer wieder Leute, sodass es nie zu eng im Raum wurde und es genug Platz zum Stöbern gab. So war das Finden eines verborgenen Kleidungsschnäppchens jederzeit möglich. „Ach da, meine Jeansjacke hat schon eine neue Abnehmerin gefunden“, ertönt es zwischen den Reihen. Auf die Frage, wie sie die Tauschaktion finde, antwortet die ehemalige Jeansjackenbesitzerin: „Ja, super! Man hat ja immer etwas abzugeben und freut sich dann auch, wenn es nicht so eine einseitige Aktion ist.“ Diese Auffassung teilen auch die anderen KleidertauscherInnen: Mit den anprobierten neuen Fundstücken werden Fotos gemacht und an Freunde und Freundinnen verschickt – es herrscht eine ausgelassene Stimmung.

Weihnachten muss nicht immer Konsum

Die Kleidertausch-Aktion der Bochumer Ortsgruppe entstand aus dem weltweiten Aufruf der  von Greenpeace initiierten „MAKE SMTHNG Week“ vom 2. bis zum 10. Dezember. „In dem Zuge haben wir gedacht, wir wollen auch irgendwas machen; vor allem in der Weihnachtszeit, wo es viel um Konsum geht, wollten wir etwas entgegensetzen und haben den Kleidertausch ins Leben gerufen“, erzählt Anna, Gruppenkoordinatorin in Bochum. 

Aber der Kleidertausch hatte nicht nur ein Entgegenwirken des übermäßigen Konsums zum Ziel – auch Nachhaltigkeit soll so gefördert werden. „Im Kleiderschrank sind Kleider, die man nicht braucht, aber man kauft sich trotzdem ständig neue Sachen. Und Kleidertausch ist eine Möglichkeit, neue Sachen anzuziehen und gleichzeitig für Sachen, die man nicht mehr sehen kann, aus denen man eventuell herausgewachsen ist, oder die einem nicht mehr gefallen, eine weitere Verwendung zu finden, damit sie nicht im Müll landen oder sich im eigenen Schrank anhäufen“, erklärt Anna. 

Übrig gebliebene Kleidung wird für einen nächsten Tausch eingelagert. Das Datum dafür steht leider noch nicht fest. Die Bekanntmachung wird dann wieder über Facebook erfolgen. 

:Sarah Tsah

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