Performative Ausstellung behandelt den inneren Kampf eines Individuums
Aus dem System fallen
Bild: Pia Henkel
Der Werbung ausgeliefert: Das Individuum muss sich verschiedenen Einflüssen stellen. Bild: Pia Henkel
Der Werbung ausgeliefert: Das Individuum muss sich verschiedenen Einflüssen stellen.

Aufführung. In der performativen Ausstellung „Fishing in the falling tide“ sucht das Individuum seinen Platz in der Welt.

Ein Haus mit Garten und Hund. Eine Familie. Ein guter Beruf. Pures Lebensglück. Das sind einige der Erwartungen, die die Gesellschaft an eineN stellt. In der Performance „Fishing in the falling tide“ erlebt ein Individuum genau diese Ansprüche. Es sieht sich einem inneren Kampf ausgeliefert und muss sich mit seiner zerrissenen Innenwelt auseinandersetzen. Die PerformerInnen beschäftigen sich mit den Begriffen Individualismus, Identität und Individuum. Es entsteht eine Kombination aus szenischen Elementen, verschiedenen Textfragmenten und musikalischen Einspielungen.

Autonomie des Ichs

Premiere hatte die Performance als Eröffnungsstück bei den 3. Wetzlarer Improvisationstagen. Nun ist sie in einer abgewandelten Form als performative Ausstellung in einer Koproduktion mit den Rottstr5-Kunsthallen zu sehen. „Letztlich handelt es sich bei unserer Idee einer performativen Ausstellung um eine Performance ohne die klassischen Publikumskonventionen“, erklärt Regisseurin Sina Geist. Das bedeutet, dass die ZuschauerInnen sich ihre eigenen Rahmenbedingungen schaffen: JedeR kann stehen, sich setzen, etwas essen und in Interaktion mit der Umwelt und den DarstellerInnen treten. Sina lässt sich überraschen: „Meinerseits jedenfalls ist das Publikum absolut frei, zu tun und zu lassen, was es will. Ich bin gespannt, inwieweit das in Anspruch genommen wird.“

In der Ausstellung spielen auch musikalische Einspielungen eine große Rolle. „Die Musiker befinden sich auf der Bühne, sodass sie fester Bestandteil des Szenischen sind. Die beiden Mittel sind eng miteinander verwoben, unsere Musiker müssen auf die Darsteller reagieren und andersherum.“

Nach den Aufführungen wird es auch Publikumsgespräche geben, zu denen man je nach Belieben gehen kann. Die performative Ausstellung ist am 

16. und 17. Februar um 19:30 Uhr in den 

Rottstr5-Kunsthallen Bochum zu sehen. Der Eintritt ist frei, Karten können unter kontakt@rottstr5-kunsthallen.de reserviert werden.

:Maike Grabow

 

Autor(in):