Auch im Netz bewegt sich die Antifa in rechtlichen Grauzonen
Aufklärung mal anders
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Kaum da, schon wieder weg: Gilt leider nur für Graffiti. Foto: USch
Kaum da, schon wieder weg: Gilt leider nur für Graffiti.

„Oh du Fröhliche“ sollte es zur Adventszeit heißen. An der RUB sieht das jedoch ganz anders aus: Nach der Neonazi-Outing-Plakataktion und den verkleideten Nikoläusen im Hörsaal informierten die Antifa-Mitglieder die Studierenden weiterhin über den Neonazi Michael B. In den darauffolgenden Tagen kam es zur Manipulation von Beamern in Hörsälen und zu einem Datenmissbrauch der E-Mail-Adressen. Um wieder eine friedliche Studierendenschaft zu erlangen, planen das Rektorat und der AStA die Kampagne „Uni ohne Vorurteile“.

Am Freitag, dem 6. Dezember, wurden die Beamer von großen Hörsälen manipuliert, sodass vor Vorlesungsbeginn um 8.05 Uhr das kursierende Video, welches die Nikoläuse und Prof. Georg Borges zeigt, ausgestrahlt wurde. Das Netzportal Bochum-alternativ zitiert auf seiner Internetseite „Das Diskordianische Kommando gegen Lügen, Zensur und Nazitrottel. Referat für Öffentlichkeitsarbeit“ zu diesem Vorfall mit folgenden Sätzen: „Als Reaktion auf die untragbaren Bochumer Zustände haben wir heute die Datentechnik der RUB ein klein wenig sabotiert. (…) Wenn die RUB versucht, unbequeme Tatsachen zu verdrehen, zu zensieren oder zu kriminalisieren werden diese ihren Weg in die Öffentlichkeit finden! Kein Raum, kein Platz, kein Hörsaal für Neonazis!“

Umstrittene Ideologien

Zwei Tage später erhielt ein Großteil der Studierenden eine „Informationsmail“ von dem selbsternannten „antifaschistischen Infodienst der RUB“.  In diesem Rundbrief wurde nochmal erklärt, wer Michael B. ist, welche umstrittenen Aktivitäten er ausübe und in welchen Gruppierungen er einen hohen Status hat. Dieser Datenmissbrauch wird mit folgendem Satz von den AntifaschistInnen gerechtfertigt: „Es ist nicht hinnehmbar, dass ein aktiver Neonazi an der RUB für das Vorantreiben der Ideologie des Nationalsozialismus ausgebildet wird.“ Diese Mail wurde von riseup.net versendet, so die Stellungnahme des Rechenzentrums der RUB, in der es auch heißt, dass „E-Mail-Adressen (…) über zahlreiche öffentliche Quellen gesammelt oder sogar käuflich erworben werden“ können. Es gäbe Tools, die im Internet so etwas erleichtern. Es können auch Studierende der RUB gewesen sein, die Zugriff auf das Adressenverzeichnis von Kollationsplattformen wie z. B. e-learning haben, erklärte der Postmaster der RUB. Eine Strafanzeige gegen Unbekannt wurde gestellt. Fakt ist, dass selbst „kleines Sabotieren“ von Daten in jeglicher Form strafbar ist.

Eine „Uni ohne Vorurteile“

Das Rektorat der RUB und der AStA möchten einen harmonischen Weg finden und planen für das SoSe 2014 eine Kampagne. „Wir finden die Kampagne ,Uni ohne Vorurteile‘, wie sie in diesem Wintersemester erfolgreich an der Uni Bielefeld gestartet wurde, sehr gut und wollen diese auch an der Ruhr-Uni etablieren,“ werden Prof. Dr. Rektor Elmar Weiler und der AStA-Vorsitzende Tim Köhler in einer gemeinsamen Presseerklärung zitiert.