Koalitionsbruch als Chance für die Studierendenschaft
Antisemitismus unerwünscht
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Keine legitime Kritik: Bei BDS handelt es sich um eine antisemitische Kampagne, Teile des AStA der UDE beteiligten sich. Foto: CC BY-SA 2.0 Takver
Keine legitime Kritik: Bei BDS handelt es sich um eine antisemitische Kampagne, Teile des AStA der UDE beteiligten sich.

Kommentar. Der AStA der UDE hat sich im Antisemitismus-Streit selbst auseinander genommen. Das ist jedoch nicht weiter schlimm.

Sechs Monate hielt der bunt gemischte AStA der Universität Duisburg-Essen (UDE), nun zerbrach das Sammelsurium von christlich-konservativen bis linksradikalen Hochschulgruppen. Schon in den Koalitionsgesprächen wurde deutlich, dass diese Mischung brisant werden könne, und zwar wegen eines Themas: dem Nahost-Konflikt. Eine einseitige Betrachtung des Konflikts musste durch einen Passus im Koalitionsvertrag unterbunden werden. Schlechte Voraussetzungen, wenn man sich Mitglieder der Linksjugend ‘solid NRW ins Boot holt.

Israelboykott und Terrorismus

Eben jene Mitglieder, allen voran die AStA-Vorsitzende Nadine Bendahou haben sich in der Debatte um den Umgang mit Antisemitismus nicht mit Ruhm bekleckert: Neben Verehrung einer palästinensischen Terroristin lud man zwei führende antisemitische und antizionistische Köpfe der BDS-Kampagne zu einem Vortrag an die Uni. Dass solch ein Verhalten zum Koalitionsbruch führen würden, war nicht gleich abzusehen, dennoch ist der Bruch folgerichtig und gut, denn mit AntisemitInnen spielt man nicht. Sie haben weder in Politik noch in der Gesellschaft einen Platz verdient. Das dürfen VertreterInnen von ‘solid NRW und der Internationalen Liste der UDE nun am eigenen Leib erfahren.

Antisemitismus bei ‘solid  kein Einzelfall 

‘solid NRW ist seit langer Zeit für ihren antisemitischen und israelfeindlichen Flügel bekannt: Von Demos, die in antijüdischen Hasstiraden und Anschlagsversuchen endeten über die Unterstützung der israelfeindlichen BDS-Kampagne bis hin zum Aufruf zur Intifada gegen Israel durch Mitglieder der Bochumer Linksjugend ist fast alles dabei, das den/die moderneN „IsraelkritikerIn“ (sprich: AntisemitIn) von heute anspricht und nicht mehr im Trockenen sitzen lässt.

Doch das Problem ist hausgemacht und nicht nur bei den jungen Linken zu finden, auch die Mutterpartei hat lange Zeit ihre Probleme mit dem Existenzrecht Israels, Beispiele gibt es zu Genüge. Gründe genug, die Arbeit mit diesen FeindInnen der Freiheit einzustellen. Die Studierendenschaft der UDE ist zu beglückwünschen.  

:Justin Mantoan