Was nu‘ mit Apu?
Adé Apu? – Hank Azaria tritt zurück
Symbolbild:fufu
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Kommentar. In der deutschen Fassung der Simpsons wird sich diese Veränderung vermutlich nicht zeigen, doch in der Originalfassung wird die Stimme bald anders klingen.

Es wird seit längerer Zeit heiß diskutiert: Viele fühlen sich beleidigt durch die stereotypisierte Darstellung des indischen Mannes in Springfield, Apu Nahasapeemapetilon. Mit Folgen, denn der Sprecher Hank Azaria reagierte auf die Reaktionen im Netz und möchte der Figur nun nicht länger seine Stimme verleihen, weil er niemanden beleidigen möchte. Ein guter und nachvollziehbarer Schritt von ihm. Seit 1990 wurde Apu von Azaria gesprochen, aber spätestens seit der Dokumentation „The Problem with Apu“ von Hari Kondabolu aus dem Jahr 2017 wurde der Druck auf Azaria zu groß. Darin wird von Begegnungen mit negativen Stereotypen, Mikroaggressionen und Rassismus gegen Menschen indischer und südasiatischer Herkunft berichtet, die nicht selten mit dem Simpsons-Charakter verglichen wurden. Ebenso in Deutschland wird Apu von keinem indisch-stämmigen Synchronsprecher gesprochen und auch hier sind stereotypisch-gesprochene indische Dialekte leider überhaupt keine Seltenheit. Vermutlich wollte Azaria dennoch niemandem zu nahe treten und einfach nur eine möglichst große Palette an verschiedenen Stimmen und Charakteren bedienen, so orientierte er sich auch bei anderen Charakteren oft an eigenen Beobachtungen und ist in nahezu jeder dieser Figuren auf die ein oder andere Art eine Karikatur, sei es von Al Pacino, Bugs Bunny oder Bekanntschaften aus der Unizeit. Ohne Arbeit wird er aber nicht bleiben; er verleiht noch immer „20 oder 30“ (er habe wohl den Überblick verloren) anderen Charakteren bei den Simpsons seine Stimme. Dennoch wird Azaria beim Abschied von Apu bestimmt ein weinendes Auge zurückbleiben, immerhin verbinden ihn und die Figur 30 Jahre TV-Geschichte.
Zunächst ist die Zukunft von Apu aber ungewiss, da sich entweder ein indischer Synchronsprecher finden muss oder aber sich das Studio zu unsicher fühlt, den Charakter weiter zu nutzen. Und das wäre im Prinzip das traurigste Resultat, denn ein Springfield ohne indische Repräsentation würde ein gutes Stück Diversität und den freundlichen Mann vom
Kwik-E-Mart verlieren.        
       

:Christian Feras Kaddoura