Fußballleben in Bochum
90 Minuten in Bochum
Bild: bena
Eine Institution in Bochum: Der VfL steht nicht nur für Fußball, sondern auch für Leidenschaft und Tradition.

Hinrundenrückblick. Der VfL. Ein Traditionsverein, der die Erste und Zweite Bundesliga geprägt hat, aber wie schaut es aktuell bei den Bochumer Jungen aus?

Wenn Herbert mit seiner Brummstimme „Tief im Westen“ anstimmt, wissen nicht nur die Fans des VfL Bochum, dass der Anpfiff naht. Nur war die Hinrunde für den Club an der Castroper Straße nicht immer ein erfreuliches Erlebnis für die Besucher*innen. Findet auch Sebastian: „Der August war ein harter Monat für die Fans“, sagt der Supporter, der bei jedem Heimspiel dabei ist. Denn der Verein startete mit einem Unentschieden gegen den aktuellen Tabellenführer Bielefeld und konnte im August nur einen Sieg im DFB-Pokal gegen Baunatal einbringen. Auch der September gestaltete sich nicht erfolgreicher mit neuem Trainer. Mit einer Niederlage gegen den VfB Stuttgart und drei Unentschieden gegen Dresden, Sandhausen und Darmstadt konnten sich die Bochumer aus dem unteren Feld der Tabelle nicht befreien. Auch wenn unter dem neuen Trainer Reis, der sein erstes Spiel gegen Dynamo Dresden bestritt, eine kleine Trendwende zu entstehen schien, denn die Mannschaft zeigte Teamgeist und kämpfte sich aus einem 0:2 im Spiel gegen Dresden zurück.

Am neunten Spieltag war es dann soweit: Der erste Sieg für die Bochumer Jungs gegen uninspirierte Heidenheimer brachten nicht nur die ersten drei Punkte, sondern auch den VfL von einem Abstiegsplatz. „Das Bayernspiel im Pokal, das hat mir gezeigt, dass wir noch am Leben sind“, fügte Sebastian an. Und recht sollte er haben nach durchwachsenen Spielen gegen Karlsruhe (U) und Kiel (N) stand das Highlight der Saison an. Der beste Verein der Bundesliga kam zum Stelldichein an die Castroper Straße. Ein Spiel, das auf dem Papier schon 5:0 verloren schien, war für die Bochumer trotz Niederlage (1:2) ein Erfolg. Sebastian ist sich sicher: „Wir wollen doch nur die Leidenschaft der Mannschaft sehen, mehr nicht und das haben sie gegen Bayern gezeigt.“ Die darauffolgenden Spiele ließen Taten folgen, so konnte gegen Nürnberg (3:1) der erste Heimsieg eingefahren werden. Im Anschluss spielte die Mannschaft von Trainer Reis in St. Pauli ein zähes 1:1 und gegen Osnabrück in einem ereignisreichen Spiel mit drei Elfmetern ebenfalls 1:1 und festigte sich auf einem Nichtabstiegsplatz. Die Spielentwicklung des Teams um Kapitän Anthony Losilla zeigte sich weiter positiv und bestätigte mit einem weiteren Heimsieg gegen Aue (2:0) den Aufwärtstrend. Am Nikolauswochenende zeigte sich der VfL von seiner schwachen Seite und verlor in Fürth (3:1) ehe am 17. Spieltag ein Heimsieg gegen Hannover 96 (2:1) eingefahren werden konnte. Am kommenden Wochenende kommt mit Jahn Regensburg ein direkter Konkurrent ins Vonovia Ruhrstadion.
Mit einem Sieg gegen die Oberpfälzer könne man mit 23 Punkten in die Winterpause gehen und auf Regensburg aufschließen, so Sebastian. Er und seine Freunde sind aber zuversichtlich, dass es klappt: „Zuhause sind wir sehr gut, auswärts ist es ausbaufähig, aber wir haben ja zum Glück ein Heimspiel.“                                           

:Abena Appiah