Magnum Photos Wanderaustellung in der UB
70 Jahre Fluchtgeschichte aus sicherer Entfernung
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Auf zwei Etagen Fotografien: In der Bib kann man sich jetzt beeindruckende Bilder anschauen.    Bild:kac
Auf zwei Etagen Fotografien: In der Bib kann man sich jetzt beeindruckende Bilder anschauen.

Exposition. In der Uni Bibliothek wird eine neue Fotoausstellung vorgestellt: „Menschen auf der Flucht“. Diese ist in Kooperation von Amnesty International und Magnum Photos entstanden und zeigt die Schicksale von Flüchtenden.

Schon in der Eingangshalle wird die Aufmerksamkeit auf ein Poster mit verängstigten und flehenden Kinderaugen gelenkt. Eng umschlungen halten die Kinder einander fest. In der ersten Etage beginnt die Ausstellung über Flucht und Vertreibung, die für zahlreiche Schicksale von Millionen von Menschen steht. Um die Fotos besser zu verstehen, empfiehlt es sich, einen Audioguide hinzuzunehmen, der etwa 13 Minuten dauert. Für die Ausstellung selbst sollten noch ein paar mehr Minuten eingeplant werden. Nach einer kurzen Einführung führt die Sprecherin fort, dass „Menschen auf der Flucht“ einen Einblick in das gewährt, was es heißt, auf der Flucht zu sein: Welchen Bedrohungen die Flüchtenden ausgeliefert sind, wie es ist, dem Tod zu begegnen und die eigene gewohnte Umgebung hinter sich zu lassen.
Die beiden ersten Exponate beginnen mit Momentaufnahmen in Griechenland: Das erste Foto zeigt geflüchtete Kinder im Jahr 1948 und das zweite einen Berg aus Rettungswesten von 2016. Die Guide-Stimme, Schriftstellerin und Amnesty-International-Mitglied Tanja Dückers, kritisiert die aktuelle Flüchtlingspolitik und berichtet über die aktuelle Fluchtbewegung. Die Sprecherin verliest Kritiken über die mangelnde Solidarität und Verantwortungslosigkeit, während die Fotos von Explosionen und Familien in Schutt angesehen werden. Auffallend sind besonders die Bilder, die zeigen, dass sich Fluchtgeschichten wiederholen oder gar nie enden. Es werden Pendants von damals und heute gezeigt. Wie zum Beispiel ein mit Menschen überfülltes Boot, das 2011 auf dem gefährlichen Seeweg nach Italien unterwegs ist. Kurz darauf ein anderes Boot, das 1990 von Ian Berry fotografiert wurde. Dieses ist mit vietnamesischen Menschen auf der Flucht gefüllt. Die ausgewählten Déjà-vus in der Vertreibungs- und Fluchtgeschichte machen bewusst, welche Probleme jahrzehntelang nicht gelöst werden.                                                                                                       

Optik

Die vorliegende Auswahl von 30 Fotografien ist in folgende Themen aufgeteilt: Krieg und Chaos, Suche nach Sicherheit, Leben in Unsicherheit, Mauern und Zäune, Leben von Tag zu Tag und geteilte Verantwortung. Die grauen Betonwände unterstützen das aufkommende Gefühl von Mitleid, Trauer und Wut beim Betrachten der Bilder. Nicht nur aufgrund der traurigen Thematik kann man hier bei dieser Ausstellung von sehr guten Bildern von weltweit bekannten Fotograf*innen, wie zum Beispiel Thomas Dworzak, sprechen.

:Katharina Cygan

 

INFO:BOX

„Menschen auf der Flucht“ könnt Ihr noch bis zum 30. November anschauen. Täglich während der Öffnungszeiten der UB: Montag bis Freitag von 8 bis 24 Uhr, Samstag von 10 bis 20 Uhr und Sonntag von 10 bis 18 Uhr auf der ersten und zweiten Etage im Flur.