Queerfeministisches Festival in Dortmund startet im August
„Wir wollen Glitzer, der laut ist“
Bild: Lauter Glitzer
Bühne frei für die Aktivist*innen und ihre Gäst*innen: Workshops, Poetry Slams und Kuchen wird es im Dortmunder „Black Pigeon“ in Hülle und Fülle geben.  Bild: Lauter Glitzer
Bühne frei für die Aktivist*innen und ihre Gäst*innen: Workshops, Poetry Slams und Kuchen wird es im Dortmunder „Black Pigeon“ in Hülle und Fülle geben.

Festival. Keinen glänzenden Wohlfühl-Feminismus bieten die Veranstalter*innen von „Lauter Glitzer | queerfeministisches Spektakel Vol. 2“: Vom 13. bis zum 18. August locken zahlreiche Veranstaltungen wie Lesungen und Workshops nach Dortmund. 

Zum zweiten Mal nach 2017 bieten die Aktivist*innen von „Glitzer und Krawall“ und „Lila Lautstark“ in gemeinsamer Kooperation das „Lauter Glitzer | queerfeministisches Spektakel“ im Dortmunder „Black Pigeon“ an. „Wir wollen einfach eine Woche mit (insbesondere queerfeministischen) Themen füllen und dabei eine inspirierende und angenehme Zeit haben“, erklärt Lotte, Mitveranstalterin des Festivals, das Konzept dahinter. Unterschiedliche Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge und Diskussionen werden gemeinsam mit Workshops angeboten, die den Besucher*innen einen Raum für Praxis einräumen sollen. Man wolle dezidiert „keine rein theoretische Auseinandersetzung befördern“. Der Spaß in Rahmen von Filmabend, Party oder Collagen-Workshop soll jedoch keine politische Positionierung ausschließen, so Lotte. 

Inhaltlich stehen Themen wie Antiableismus, schwarzer sowie jüdischer Feminismus oder Transfeindlichkeit auf der Agenda. Gefördert wird das selbsternannte Spektakel von der Rosa Luxemburg Stiftung und vom Autonomen Frauen*Lesbenreferat (AF*LR) der RUB. 

Ursprünge

Der Name der Veranstaltung leitet sich von den beiden Gruppennamen „Glitzer und Krawall“ und „Lila Lautstark“ ab. Beide kannten sich schon seit Längerem persönlich. „Da wir thematische Überschneidungen haben, dachten wir uns: mehr Leute können zusammen mehr schaffen und tragen.“ Insgesamt ist es das dritte gemeinsame Event. Was allen Beteiligten wichtig ist, ist nicht einen bequemen, „arglosen, schicken Glitzerfeminismus“ zu bieten. „Wir wollen Glitzer der laut ist, der Räume überzieht, die von patriarchalen Hegemonien durchwoben sind und der gegebenenfalls auch stört und unangenehm werden kann“, resümiert Lotte.

Diese Haltung wird anscheinend nicht von allen begrüßt, vor allem im Netz habe man mit Anfeindungen zu kämpfen: „Es sind bei uns vor allem Menschen, die sich transfeindlich äußern und im Netz sehr aggressiv vorgehen oder auch einfach relativ inhaltsleer rumtrollen.“ Solche Posts werden von den Veranstalter*innen kommentarlos gelöscht, so Lotte. 

Erwartungen

Trotz mancher Widrigkeiten ist die Vorfreude bereits groß. Was sich die Beteiligten für das Festival erhoffen? „Wir hoffen, dass wir viele neue Leute mit der Thematik (Queer)feminismus erreichen, auch Menschen die sich vielleicht noch nicht damit auseinandergesetzt haben.“ Und Raum für offenen Austausch, indem Beteiligte ohne Diskriminierung ihren Input geben und sich mit anderen vernetzen und diskutieren können. 

Die einzelnen Veranstaltungen können online – lauterglitzer.noblogs.org – eingesehen werden. Die meisten erfordern keine Anmeldung. Manche Workshops können allerdings nicht ohne besucht werden. Einzelheiten dazu sind ebenfalls auf der Website zu finden. Für den FLTI* (FrauenLesbenTransInter*)-Poetry Slam werden darüber hinaus noch Teilnehmer*innen gesucht. Wer Interesse hat, kann sich unter glitzerundkrawall@riseup.net melden.  

 

:Andrea Lorenz