Kämpferisch, aber friedlich: Die Demonstration verlief ohne Vorfälle.
„Frauen* die kämpfen, sind Frauen*, die leben“
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Gemeinsam für Frauenrechte und mehr: Rund 900 Menschen sind bei der Frauen*kampftagdemo erschienen. Bild: stem
Gemeinsam für Frauenrechte und mehr: Rund 900 Menschen sind bei der Frauen*kampftagdemo erschienen.

Demonstration. Vergangenen Freitag war der 100. Weltfrauentag. Neben einer Demo in Düsseldorf am Samstag fand auch in Bochum eine Veranstaltung statt. Zahlreiche Menschen protestierten in der Bochumer Innenstadt.

Zum Weltfrauentag am vergangenen Freitag gingen nach inoffiziellen Schätzungen rund 900 Menschen auf die Bochumer Straßen, um am Frauen*kampftag unter dem Motto „Enlighten Empower Enrage“ teilzunehmen. Die Demo, die am Hauptbahnhof begann und durch die Innenstadt verlief, endete bei ausgelassener Stimmung und ohne Vorfälle am Schauspielhaus.
Der Protest, der hundert Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts stattfand, richtete sich vor allem an die Notwendigkeit für die weiterhin voranschreitende Gleichberechtigung von Frauen, trans- und intersexuellen Menschen. Denn obwohl die Frauenrechtsbewegung in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte machte, gibt es noch viele und unterschiedliche Ungleichheiten, wie beispielsweise schlechtere
Aufstiegschancen im Beruf, ungleiche Bezahlung, Eingriffe in die körperliche Selbstbestimmung, sexualisierte Gewalttaten oder weiterhin vorherrschende gesellschaftliche Rollenbilder. Es waren daher Stimmen von geflüchteten Frauen, Kurd*innen und Weiteren zu hören.

Keine Instrumentalisierung

Als die Demonstration am Bermudadreieck ankam, das wie Freitagabends üblich voll war, stellten sich die Organisator*innen zudem gegen Positionen, die im Namen des Feminismus und des Frauenschutzes andere benachteiligte Gruppen diskriminieren. Eine der Kundgeber*innen sagte dabei: „Wir stehen hier für die Rechte der Frauen und wir stehen genauso hier gegen jegliche Form der Instrumentalisierung und wir stehen hier gegen jegliche Form von Rassismus“. Gemeint war damit Helmut Schwalm, Besitzer des „Kult“ im Bermuda3Eck, der in der Vergangenheit durch ausländer*innenfeindliche Kommentare auffiel und in einem Interview mit der „WAZ“ unter anderem sagte, „Nicht-Europäer“ würden auf der Kortumstraße Frauen belästigen und „allein durch ihr Auftreten Furcht verbreiten“. Am Schauspielhaus angekommen, folgte ein Redebeitrag zur Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a, die den Schwangerschaftsabbruch und die Information über Abtreibungsangebote zur Straftat machen.
Auch nach der Demonstration ist nicht Schluss. Denn diese war eingebettet in die feministischen Aktionswochen, die noch bis zum 22. März andauern. Es folgen ein Vortrag im Blue Square zum Thema „Rechtsruck – Frauen in der Neuen Rechten“ am Mittwoch, den 13. März um 18:30 Uhr und am Donnerstag, 14. März 18 Uhr ein Vortrag über „Marxismus-Feminismus“ im Sozialen Zentrum Bochum.

:Stefan Moll

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