"Die Schattenseite des Handykonsums"
Über Probleme und Lösungen
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Landen oft in der Schublade: Dabei können alte und kaputte Handys noch Gutes tun. Bild:mag
Landen oft in der Schublade: Dabei können alte und kaputte Handys noch Gutes tun.

Engagement. „high-tech & low-wage – Die Schattenseite des Handykonsums“ zeigt die verschiedenen Aspekte des Handykonsums.

„Es gibt 7,7 Milliarden Mobilfunkanschlüsse bei 7,4 Milliarden Menschen“, erklärt Katharina Hagemann. Zusammen mit Janis Prinz, dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) und dem SÜDWIND e. V. hat sie die „Handyaktion NRW“ an die RUB geholt (bsz: 1169). Die Veranstaltung informierte am vergangenen Mittwoch im UFO über die Probleme des Handykonsums. Neben Katharinas Einführung in das Thema wurde der Film „Sklavenarbeit für unseren Fortschritt“ über die Missstände in der Herstellung gezeigt. Der Film zeigt unter welchen schlimmen Bedingungen MinenarbeiterInnen die wertvollen Rohstoffe für die Elektronik abbauen. Neben den Arbeitsbedingungen werden auch die Bezahlung und die gesundheitlichen Folgen als Nachteile des großen Bedarfs genannt.

 

Lösungsansätze

Nach dem visuellen Input sprach Eva-Maria Reinwald von SÜDWIND e. V. über den Verein sowie Lösungsansätze. „Wir brauchen einen Ansatz, der allgemein dazu verpflichtet, dass Menschenrechte eingehalten werden“, erklärt sie. Auf politischer Ebene wären dies die UN-Leitprinzipien. Diese Idee umfasse die staatlichen Schutzpflichten, unternehmerische Verantwortung, den Zugang zur Abhilfe und Rechtsmitteln sowie Beschwerdemechanismen. Ein weiterer Ansatz sei die Verantwortung der Mobilfunkanbieter. „Sie dürfen nicht den Anreiz setzen, dass man mit einer Verlängerung des Vertrags, ein neues Handy bekommt, sondern dass man sein altes Handy in die Verlängerung mitnehmen kann und Vergünstigungen bekommt.“ Auch Reparaturen müssten attraktiver werden, zum Beispiel durch kostengünstige Varianten. Für die KonsumentInnen sei dies eine Lösung genauso wie Fairphones oder die „Handyaktion NRW“.

Auch das Projekt „Agbocycle. Race the waste out“ an der RUB beschäftigt sich mit dem Recyclen von Rohstoffen. Das Team möchte die Bedingungen auf einer der größten Elektroschrott-Mülldeponien Ghanas, Agbogbloshie, sowohl für die Umwelt als auch für die Menschen, die dort arbeiten und wohnen, verbessern. Vor Ort soll daher eine faire Arbeitsstätte zum Recyclen errichtet werden. Weitere Informationen gibt es unter handyaktion-nrw.de und rub.enactus.de/inhalt/projekte/agbocycle.    

             :Maike Grabow

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