Step Up 2 The University
Ästhetische Bewegungen bei der Werkschau
Bild:fufu
Bild: fufu
Bild:fufu

Tanz. Um die 30 Studierenden haben vergangenen Samstag im Musischen Zentrum Prüfungsstücke vorgestellt und vorgetanzt.

Irgendwie tanzt man ja immer vor Publikum. Sei es vor dem Gegenüber beim Pärchentanz, im Club vor den anwesenden Gäst*innen, vor und mit seinen Freund*innen oder auch vor einer Jury die das ganze beobachten und bewerten soll. Oder man tanzt so gerne vor Publikum, dass man das Musische Zentrum (MZ) der Ruhr-Uni dafür mit Freund*innen, Verwandten und Tanzenthusiast*innen voll macht. So oder so ähnlich geschehen am vergangenen Samstag. Rund 30 Bochumer Sportstudierende und Studierende des Optionalbereichs haben sich auf die Bühne begeben und ihre Prüfungsstücke der vergangenen Semester vorgestellt. Der Eintritt war frei, wegen des großen Interesses an der Veranstaltung wurde im Vorfeld jedoch darum gebeten, Karten beziehungsweise Sitzplätze zu reservieren. Denn knapp eineinhalb Stunden konnte man sich hier zurücklehnen und dabei zusehen, wie Tänzer*innen das Gelernte präsentieren.

19:30 Uhr ging es bereits im Foyer des Musischen Zentrums mit der ersten Arbeit los, während das zahlreich erschienene Publikum langsam in das MZ der RUB eintrudelte. Auf der Studiobühne eine Etage höher gab es dann ein sehr volles, abwechslungsreiches Programm, bei dem besonders viel Modern Dance gezeigt wurde. Aber auch klassischere Stile fanden an der einen oder anderen Stelle statt, dafür mit viel Bravur. Größtenteils wurde am Samstagabend in Zweier- und Vierer-Kombinationen präsentiert, aber auch Solo-Performances wie Insomnia von Tabea Steier standen auf der Tagesordnung. Themen wie der Klimawandel oder Integration wurden innerhalb von Choreografien in jeweils zwei Vierer-Gruppen dargestellt. Léon Heimann, Aryanne Henriques Raymundo, Lea Munka und Fabian Pongs stellten dabei, mit Hilfe von sehr verschiedenen Tanzstilen, Integration dar, während Alexander Bröcking, Anna Dmitrieva, Meret Jarzombek und Luna Hengster, in ihrer Choreo auf die katastrophalen Auswirkungen und Folgen des Klimawandels hinwiesen. Besonders heraus gestochen haben aber auch mehrere Zweier-Paarungen. Merih Arik und Erhan Azatoglu hatten in ihrer Arbeit „Wie die Zeit vergeht“ Compilation-artig populäre Tänze der vergangenen Musikjahrzehnte kombiniert und  Stimmung zur Auflockerung gemacht. Von Saturday Night Fever, über Las Ketchup, bis zu Michael Jackson und mehr wurde hier vermischt. In dem Werk „Cage“ von Isabell Jäger und Luca Völkel wurde es dann wieder persönlicher und intimer. Wie zwei Magnete mit wechselnden Polen haben sich die beiden in ihrer Performance im ständigen Hin- und Rückspiel immer wieder angezogen und abgestoßen, während man ihre Anstrengungen im gebannt zuschauenden MZ wortwörtlich hören konnte. In „The Puppet Maker“ wurde Tim Joppe zur Puppe von Jan Venzke und man konnte eine Vorstellung davon bekommen, wie es wäre wenn Pinocchio und Geppetto gemeinsam modern und break dancen. Die Gesamtleitung der Werkschau Tanz übernahm Marianne Bäcker, für die es an diesem Abend die vorletzte von ihr organisierte Veranstaltung war. Im Januar stehe jedoch noch eine Veranstaltung im Musischen Zentrum vor ihrer Verabschiedung aus.

:Christian Feras Kaddoura