Mediale Deutungskämpfe
Für Verwirrung sorgten am Tag der Proteste gegen Pro NRW Teile der Lokalpresse sowie die Polizei: Sie erweckten den Eindruck, am Kundgebungsort sei am Morgen eine „Bombenattrappe“ gefunden worden. Das jedenfalls verbreiteten die extrem rechten RednerInnen und das WAZ-Onlineportal derwesten.de am Morgen unisono. KritikerInnen werfen der Polizei und der WAZ vor, die Falschmeldung nicht deutlich genug richtiggestellt zu haben.
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Der Staat ist nun treu
Trotz der Neuwahl des Landtages in Düsseldorf gilt seit dem 1. Mai das Tariftreuegesetz. Jetzt müssen Kommunen und das Land NRW nicht mehr die günstigsten Anbieter*innen für Aufträge nehmen, sondern können nun verschiedene politische Vorgaben machen.
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Lampen an, Licht aus
Früher war alles früher. Am 12. Mai kommen im Depot in Dortmund wieder die Freunde und Freundinnen des budgetfreundlichen Schnäppchens, des gepflegten Stöberns und Sammelns zum Nachtflohmarkt zusammen. Der Midnightbasar wartet dieses Mal mit rockig-poppiger Live-Musik von der Bochumer Band die Chicks und soulig-funkygen DJ-Sets von den Funktronix-Mädels auf.
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„Gemeindeveranstaltung“
Die Grauen Wölfe machen mal wieder von sich reden. Nach Angaben des Internationalen Kulturvereins Dahlhausen ist für den 19. Mai in dem Bochumer Stadtteil eine „Gemeindeveranstaltung“ geplant. Ausgerichtet werden soll es dem Verein zufolge von der „Türk Federasyon“, die ihren Vereinssitz in der Dr.-C.-Otto-Straße hat. Hierbei handelt es sich um türkische Rechtsradikale, auch Graue Wölfe genannt.
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Brüderles Bärendienst
Das könnte teuer werden für die NRW-Liberalen. Kurz vor der Landtagswahl steht die FDP wegen einer „Informationskampagne“ in der Kritik. Bundesfraktionschef Rainer Brüderle verschickte in der vergangenen Woche einen Brief an Privathaushalte in Schleswig-Holstein und NRW. Der Fall könnte empfindliche Strafzahlungen nach sich ziehen. Der Brief, den KritikerInnen als Wahlwerbung bezeichnen, wurde mit Steuergeldern finanziert, „Verdacht auf illegale Parteienfinanzierung“ resümiert etwa NRW-Grünen-Chefin Monika Dürer. Und dann ist da noch die Sache mit dem Kinospot.
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Die Ausstellung der Ausstellung
Die Performance ist vorbei, doch die Ausstellung „Marina“ fängt gerade erst an. Studierende der Kunstakedemie Düsseldorf wurden vom Kunstverein Duisburg eingeladen, in der darbenden Ruhrgebietsstadt eine Ausstellung zu realisieren. Innerhalb von sechs Wochen entwickelten die Studierenden aus der Klasse von Rita McBride daraufhin ein Konzept, dessen Umsetzung bei RezipientInnen zahlreiche Irritationen hinterlässt. Doch diese Irritationen sind Teil des Kunstprozesses. Und der Prozess ist es, um den sich die Arbeit der Düsseldorfer Studierenden letztich zu bewegen scheint.
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Kiffen verboten!
Seit dem 1. Mai ist in den drei niederländischen Provinzen Limburg, Nord-Brabant und Zeeland der Verkauf von Cannabis an Nicht-Niederländer*innen verboten. Ab 2013 sollen die restlichen Regionen dazukommen. Dann können nur noch Personen mit einem Cannabis-Ausweis legal in Coffeeshops die weiche Droge erstehen. Um diesen Ausweis zu bekommen, muss man volljährig sein und einen Wohnsitz in den Niederlanden vorweisen können.
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Brot-FetischistInnen an die Macht! Nirgends haben sie es so leicht wie in good old Germany, der großen Brotbacknation. Geht es ab ins Ausland wird erstmal über das landesübliche Brot genöhlt. Leidenschaftlich. Ausgiebig. Labberig. Keine Brotkultur: Banausen! Alles Quatsch, aber der Gaumen ist ein Gewohnheitstier. Hierzulande hat man die Qual der Wahl: Ob Dinkel-, Mehrkorn-, fesches Fitness-Brot oder der Jogging-Kanten mit der Extrapower für die ausgelaugte SportlerInnen-Seele, den mannigfaltigen Gelüsten sind keine Grenzen gesetzt. Brot ist hip, Brot macht man wieder „selbst“.
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Der Weg ist noch lang
 Die Treppenstufe eine Mauer, der schlecht gescannte Text ein Buch mit sieben Siegeln: Studierende mit körperlichen und geistigen Behinderungen haben im universitären Alltag mit Problemen zu kämpfen, mit denen sich die Mehrheit der Studierenden niemals befassen muss. 2009 hat die deutsche Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention annerkannt, welche unter anderem vorschreibt, Menschen mit Behinderungen chancengleiche Bedingungen an den Hochschulen zu gewährleisten. Nachteilsausgleichmaßnahmen wie Barrierefreiheit, Lesehilfen und Behindertenbeauftragte sind seitdem obligatorisch für alle Hochschulen. Nachbesserungsbedarf gibt es aber weiterhin.
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Schule bis in den Nachmittag
 In den nächsten Jahren sollen insgesamt zwölf Grundschulstandorte geschlossen werden. Mittlerweile haben alle (bis auf eine) Grundschulen ein offenes Ganztagsangebot. Wie kann der Offene Ganztag in Zukunft organisiert werden, wenn einige Schulen geschlossen werden?
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Eine kleine Kulturrevolution
 Das alte Motto des ADAC „Freie Fahrt für freie Bürger“ könnte doch Realität werden, jedoch ganz anders, als sich der Automobilverband das vorgestellt hat. Mit dem Radschnellweg Ruhr (RSR) könnte dieser Traum bald Wirklichkeit werden, und zwar für Radfahrerinnen und Radfahrer.
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Gähnende Leere
 Im Ruhrgebiet will so gut wie niemand mehr katholischer Pfarrer werden: 52 der 57 Zimmer im Bochumer Priesterseminar stehen leer. Eine ganze Ausbildungsstätte für gerade einmal fünf Priesterkandidaten – diesen Luxus will sich Bischof Franz-Josef Overbeck nicht länger leisten. Daher schafft er die eigenständige Priesterausbildung zum kommenden Wintersemester ab.
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Rassismus in der Leistungsgesellschaft
 Die Sarrazindebatte, ein alter Hut? Die rassistischen Normalisierungsprozesse, die Ethnisierung der Unterschicht und mitschwingender Sexismus im öffentlichen Diskurs und der medialen Aufbereitung in der hegemonialen Presse müssen nicht nur in der Sarrazindebatte kritisch begleitet werden. Auch in aktuellen Debatten muss dieser kritische Blick gewahrt bleiben, fordert Sebastian Friedrich, Herausgeber des Sammelbandes „Rassismus in der Leistungsgesellschaft“. Zusammen mit Hannah Schultes und Regina Wamper, Mitarbeiterinnen des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung, skizzierte er die Sarrazindebatte auf einer Veranstaltung im Sozialen Zentrum Bochum und lud zur Diskussion ein.
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Das Haus der Misstöne
 Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Soviel zur Philosophie. Lokalpolitisch sieht das schon ganz anders aus. Selten wurde ein Kulturprojekt so kontrovers diskutiert wie das geplante Musikzentrum an der Viktoriastraße. Sind die Instandhaltungskosten der letzte Anker der KritikerInnen? Eine Chronik des laufenden Wahnsinns.
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Dortmund, Fußball und die Nazis
 „SS, SA, Borussia“, „Scheiß Antifa“ und Ähnliches schallte am vergangenen Wochenende durch die Brückstraße. Wurfgeschosse wurden bereitgelegt. Es sind Szenen, die in Dortmund nichts Neues sind. In der Brückstraße befindet sich die linke Szenekneipe Hirsch-Q, sie wurde schon oft Ziel von Naziangriffen. Diesmal allerdings ging den Pöbeleien keine Demonstration von links oder rechts voraus: Die TäterInnen sind wohl in der Fußballszene zu suchen.
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